Nach Ela

Kaiser-Wilhelm-Park gewinnt durch Umbau an Offenheit

Der Kaiser-Wilhelm-Park wird in Zukunft „luftiger“ sein als zuvor, da nicht alle von „Ela“ zerstörten Bäume ersetzt wurden.

Der Kaiser-Wilhelm-Park wird in Zukunft „luftiger“ sein als zuvor, da nicht alle von „Ela“ zerstörten Bäume ersetzt wurden.

Foto: Socrates Tassos

Essen-Altenessen.   Im Nachhinein betrachtet war der Orkan „Ela“ für den Kaiser-Wilhelm-Park ein Glücksfall. Der nötige Umbau lässt den Planern Raum zur Gestaltung.

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Ludger Niermann steht auf der ehemaligen Bahntrasse, hebt den linken Arm, dreht sich um neunzig Grad und weist in die Richtung der Esche, Buche und Eiche, die „im Tal“ des Kaiser-Wilhelm-Parks stehen. „Das ist eine der Sichtachsen, die entstanden sind“, sagt der zuständige Projektleiter von Grün und Gruga. Und damit die Parkbesucher den Ausblick auch in Muße genießen können, werden gerade zwei Stellen für Bänke vorbereitet. Es braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, wie reizvoll dieser Ausblick erst sein wird, wenn alles grünt und blüht.

„Ela“ vernichtete 94 Bäume im sechs Hektar großen Park

Die Möglichkeit, den Park anders zu gestalten, schuf ironischerweise der Orkan „Ela“, der am 9. Juni 2014 auch über die knapp sechs Hektar große Grünfläche in Altenessen hinweg fegte und erheblichen Schaden anrichtete. Allein 94 Bäume vernichtete „Ela“. Nicht jeder sollte ersetzt werden, empfahl im Januar 2015 der Landschaftsarchitekt Reiner Leuchter, bei dem die Stadt Essen ein Gutachten in Auftrag gegeben hatte. Im Ergebnis hieß dies, dass es 65 Neupflanzungen gab.

Altenessener spenden für „Mein Baum für Essen“

Dabei zeigten die Altenessener Bürger, wie sehr ihnen ihre „grüne Lunge“ am Herzen liegt. 15 000 Euro kamen durch die Spendenaktion „Mein Baum für Essen“ zusammen. Die Bäume, die dafür gepflanzt wurden, sind leicht auszumachen. Das hölzerne Gestell, das sie umgibt, ist gelb gestrichen. „So wie dort bei der Reihe von Zierkirschen“, erklärt Ludger Niermann. Die Wiese ringsum wird absichtlich nicht wieder bepflanzt. Sie übernimmt eine Aufgabe, um den Park „klimagerecht“ zu machen. Bei Starkregen soll hier das Wasser versickern können.

Bezirksvertretung genehmigt 25 000 Euro

Die Spendengelder allein reichten für die Pflanzungen nicht aus. Hinzu kamen 25 000 Euro von der Bezirksvertretung. Für das, was darüber hinaus gemacht werden soll, hat Grün und Gruga zunächst rund 100 000 Euro zur Verfügung gestellt. Es werden zum Beispiel größere Schäden an den asphaltierten Wegen behoben. „Einen wenig genutzten Weg werden wir auch wieder begrünen“, sagt Ludger Niermann. Zudem sollen die jeweiligen Eingänge in den Kaiser-Wilhelm-Park durch Stauden so gestaltet werden, dass sie auch als Eingänge wahrgenommen werden.

Eröffnung war am 21. März vor 120 Jahren

Der Tunnel, durch den man den Park in Richtung Stoppenberg verlassen kann, wird hingegen nicht verschwinden. Der Landschaftsarchitekt Reiner Leuchter hatte seinerzeit vorgeschlagen, ihn abzureißen und durch eine „luftige“ Brücke zu ersetzen. „Die finanziellen Mittel sind begrenzt. Wir können nicht gleich alle Ideen umsetzen“, sagt Ludger Niermann. Dem Bereich um den Tunnel solle dennoch etwas von seiner Dunkelheit genommen werden, indem die Böschung nicht wieder mit Bäumen bepflanzt werde.

Der Umbau soll im Frühjahr beendet sein, wenn nicht Dauerfrost die Arbeiten unmöglich macht. Mitte März wäre sicherlich kein schlechter Termin: Am 21. März jährt sich nämlich die Eröffnung des Kaiser-Wilhelm-Parks zum 120. Mal.

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