Jauchs Kuppel soll nach Zollverein

In Berlin hat der Architekt und Unternehmer Reinhard Müller bereits ein Gelände rund um einen Gasometer umgebaut und zu einem Campus für junge Firmen entwickelt. Vor zehn Jahren begann der Chef und Gründer der Firma Euref damit, im Stadtteil Schöneberg ein Quartier für Unternehmen aus den Bereichen Energie, Nachhaltigkeit und Mobilität zu schaffen. Nun will Müller diese Idee auch in Essen auf dem Areal der Zeche Zollverein verwirklichen.

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In Berlin hat der Architekt und Unternehmer Reinhard Müller bereits ein Gelände rund um einen Gasometer umgebaut und zu einem Campus für junge Firmen entwickelt. Vor zehn Jahren begann der Chef und Gründer der Firma Euref damit, im Stadtteil Schöneberg ein Quartier für Unternehmen aus den Bereichen Energie, Nachhaltigkeit und Mobilität zu schaffen. Nun will Müller diese Idee auch in Essen auf dem Areal der Zeche Zollverein verwirklichen.

„Wir möchten das, was wir in Berlin machen, in Essen ausbauen und weiterentwickeln“, sagt Müller. „Essen ist Deutschlands Energiehauptstadt. Da ist es naheliegend, dieses Thema auf einem Campus auf Zollverein voranzutreiben. Wir wollen einen Ort schaffen, an dem etablierte Unternehmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen kooperieren.“

Auch die Kuppel, die aus der Fernsehsendung von Günther Jauch bekannt ist, soll dafür bald von Berlin nach Essen umziehen. Die Kuppel ist ein Symbol von Müllers Projekt in Berlin. Eine ähnliche Funktion soll sie auch auf Zollverein bekommen – und zwar in einem der beiden Kühltürme neben dem Essener Gasometer, wo unter der Kuppel ein Veranstaltungsraum für rund 600 Menschen entstehen soll, zum Beispiel für Messen oder Kongresse.

„Wir sind sehr zuversichtlich“

„Wir sind in unseren Planungen sehr weit und sehen viel Unterstützung der Verantwortlichen in Essen“, berichtet Müller. Eine gemeinsame Absichtserklärung mit der Stiftung Zollverein sei bereits unterschrieben. „Generell sind wir sehr zuversichtlich.“ Der Vorsitzende der Stiftung Zollverein, Hermann Marth, bestätigt, dass in und um den Gasometer ein Gründerzentrum entstehen soll. Ziel sei es, Zollverein zu einem „Zukunfts- und Innovationsstandort“ auszubauen. Ende November werde sich auch der Stiftungsrat mit dem Thema befassen. An der Spitze dieses Gremiums steht der frühere Bundeswirtschaftsminister Werner Müller, der unlängst Interesse an der Ansiedlung signalisiert hatte.

Euref-Chef Reinhard Müller hat auch zeitlich ehrgeizige Pläne. „Wir wollen im nächsten Jahr mit den Bauarbeiten beginnen“, sagt er. In Essen soll wie in Berlin das Prinzip gelten: Wer Räume anmieten möchte, sollte mit den Themen Energiewende, Klimaschutz und intelligente Mobilität zu tun haben. „Ein Call-Center hätte bei uns keine Chance“, stellt Müller klar. Teil seines Konzepts für Zollverein sei auch eine Produktion von Algen im großen Stil. Die Algen können seiner Darstellung zufolge in der Pharmazie, für Kosmetik oder Nahrungsmittel eingesetzt werden.

Der Denkmalschutz auf Zollverein verursacht Müllers Einschätzung zufolge keine unlösbaren Probleme. Er rechne mit einer Investition in Höhe von etwa 50 Millionen Euro im Ruhrgebiet, sagt Müller. „Auf dem Campus in Essen könnten rund 500 Arbeitsplätze entstehen.“ Mit rund 30 000 Quadratmetern sei die Fläche auf Zollverein etwa halb so groß wie der Euref-Standort in Berlin.

In Berlin hat Euref eigenen Angaben zufolge bereits rund 300 Millionen Euro investiert, weitere 300 Millionen Euro sollen folgen. 2500 Arbeitsplätze seien so in der Hauptstadt entstanden, sagt Müller. Dabei sei Euref („Europäisches Energieforum“) komplett ohne öffentliche Gelder ausgekommen. Der Euref-Campus in der Hauptstadt sei derzeit ausgebucht: „Für die Büros gibt es Wartelisten. Den nächsten freien Platz gibt es Mitte nächsten Jahres.“

Auf dem Areal rund um den Gasometer in Berlin haben sich Unternehmen wie Wilo, Eon, Vattenfall und Viessmann angesiedelt. Ähnliche Akteure will Müller auch für Zollverein gewinnen. „Wir haben erste Gespräche mit Unternehmen im Ruhrgebiet geführt.“ Anders als in Berlin gebe es im Revier schließlich große Dax-Unternehmen. „Nähe zu etablierten Unternehmen hilft Start-ups“, sagt Müller. „Das sollte im Ruhrgebiet besser funktionieren als in Berlin.“

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