Kunst

Isenbergplatz wird im Juni eine große Freiluft-Galerie

„Straßen zum Platz“ haben die Künstler ihr Projekt genannt, mit dem sie vom 10. bis zum 24. Juni das Viertel rund um den Isenbergplatz bespielen. Darin werden sie vom Bürgerverein Moltkeviertel und „Raum 45“ unterstützt.

Foto: Socrates Tassos

„Straßen zum Platz“ haben die Künstler ihr Projekt genannt, mit dem sie vom 10. bis zum 24. Juni das Viertel rund um den Isenbergplatz bespielen. Darin werden sie vom Bürgerverein Moltkeviertel und „Raum 45“ unterstützt. Foto: Socrates Tassos

Essen-Südviertel.   Im Juni verwandelt sich der Isenbergplatz in eine Spielwiese für elf Kunststudenten. Sogar in Kellerfenstern gibt es etwas zu entdecken.

Einer der spannendsten Plätze der Stadt verwandelt sich im Juni in eine große Galerie unter freiem Himmel: In dem Projekt „Straßen zum Platz“ gestalten elf Studenten der Hochschule der Bildenden Künste (HBK) den Isenbergplatz und die umliegenden Seitenstraßen zwei Wochen lang mit ihren Werken. Kleine Balkone und triste Kreisverkehre werden so zu Ausstellungsflächen, Nachbarn zu Musen und Kellerfenster zu Leinwänden.

„Wir wollen alle aus dem Viertel mitnehmen“, kündigt Bastian Schiel-Mehmen vom Künstler-Kollektiv „Raum 45“ an, das das Projekt gemeinsam mit der HBK und dem Bürgerverein Moltkeviertel auf die Beine stellt. Der Grundstein für die Kooperation wurde schon vor zwei Jahren gelegt: Auf einem Teil der Moltkewiese erinnerten HBK-Studenten 2015 mit der Ausstellung „Nach Ela“ an den folgenschweren Pfingststurm.

Nachbarschaft ist aufgeschlosen für Kunst

„Wir haben damals festgestellt, wie aufgeschlossen die Menschen hier im Viertel für Kunst und Kultur sind und beschlossen, die Zusammenarbeit fortzusetzen“, freut sich Professor Milo Köpp von der HBK, der die Studenten mit seinem Kollegen Carsten Gliese betreut.

Das Szene-Viertel rund um den Isenbergplatz mit seinen Kneipen, Galerien und vielen kreativen Köpfen biete sich als Platz für Kunst im öffentlichen Raum ideal an. Tatsächlich rannten die Künstler mit ihren Ideen wörtlich offene Türen ein: „Viele Studenten waren schon im Viertel unterwegs, um ihre Projekte vorzustellen. Das wurde gut aufgenommen“, sagt Bastian Schiel-Mehmen.

Skulpturen, Fotografien und Soundinstallationen

So wird Künstlerin Ruben S. Bürgam die Balkone einer Hausfassade mit ihren Bildern und Fotografien gestalten. Jasmin Hantl geht von Haus zu Haus und fertigt Bleistiftzeichnungen von den Menschen und ihren Wohnungen rund um den Isenbergplatz an. „Natürlich nur von jenen, die auch wollen“, schränkt die Künstlerin aus dem Studiengang Bildhauerei und Plastik ein.

Kunst zum Hören und Nachdenken bietet Annette Piscantor: Im Haus Nazareth in der Beethovenstraße interviewte sie eine Ordensschwester, die über viele Jahre das Essener Babyfenster betreute, das mittlerweile im Elisabeth-Krankenhaus untergebracht ist. „Ich wollte auch diese berührende Geschichte erzählen, die ebenfalls zum Viertel gehört“, sagt die Künstlerin, deren Soundinstallation in den ehemaligen Räumen des Babyfensters zu hören ist.

Das Viertel neu entdecken

Darüber hinaus soll es in den Straßen rund um den Isenbergplatz jede Menge zu entdecken geben: fluoreszierende Farben an den Hauswänden, klingende Stäbe in Vorgärten, utopische Miniaturhäuser im Kreisel am Ende der Beethovenstraße. Zu viel verraten wollen die Künstler aber noch nicht: „Jeder ist eingeladen“, wirbt Milo Köpp, „den Isenbergplatz neu zu entdecken“.

>>>Die temporäre Ausstellung wird mit einer Vernissage am Samstag, 10. Juni, um 17 Uhr auf dem Isenbergplatz an den Tischtennisplatten eröffnet. Zur Begrüßung gibt es eine Einführung durch das Kollektiv „Raum 45“ und Professor Milo Köpp.

>>>Mit einer Finissage an gleicher Stelle endet das Projekt am Samstag, 24. Juni, um 17 Uhr. Alle Informationen zu Standorten und Öffnungszeiten gibt es hier.

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