Theater

Ingolf Lück spielt in mörderischer Komödie „Unsere Frauen“

Jochen Horst, Matthias Herrmann und Ingolf Lück (v. l.) in der Komödie "Unsere Frauen".

Jochen Horst, Matthias Herrmann und Ingolf Lück (v. l.) in der Komödie "Unsere Frauen".

Foto: Nicole Brühl

Essen.   Wortwitz mit Slapstickeinlagen zeichnet die Komödie„Unsere Frauen“ mit Ingolf Lück aus, die im Theater im Rathaus gefeierte Premiere feierte

Dass Komödien auch wunderbar ohne flachen Schenkelklopferhumor auskommen und dennoch – oder vielleicht ja auch gerade deshalb – bestens unterhalten können, beweist das Stück „Unsere Frauen“, das am Donnerstagabend eine umjubelte Premiere im Theater im Rathaus feierte. Mit pointierten Dialogen, schwarzem Humor und einem umwerfenden Schauspieler-Trio überzeugt das französische Stück selbst Boulevard-Muffel.

Die Ausgangssituation könnte auch Stoff für einen Krimi sein: Ein gemütlicher Kumpelabend bei dem peniblen Radiologen Max in seinem peinlichst aufgeräumten Loft mitten in Paris bekommt eine ungeahnte Wendung, als Simon dem Gastgeber und dem gemeinsamen Freund Paul ein erschütterndes Geständnis offenbart: In einem Streit habe er seine Frau ermordet Max und Paul sind schockiert: Wie konnte das nur passieren?

Eine harte Probe

Doch den Autor Eric Assous interessieren offenbar weniger die Hintergründe einer solchen Tat, sein Stück hinterfragt vielmehr, was dieses Geständnis mit den scheinbar unerschütterlichen Männerfreundschaften anstellt. Denn Simon stellt diese auf eine harte Probe: Er verlangt von seinen beiden Kumpanen, dass sie für ihn als Alibi herhalten und damit helfen, den Mord zu vertuschen.

Während der überkorrekte Max sich geradezu schockiert über diese Aufforderung zeigt, versucht der um Konsens bemühte Paul zwischen den beiden Kontrahenten zu vermitteln. Doch nach und nach zeigt sich in spitzzüngigen Dialogen, dass es noch ganz andere Leichen im Keller gibt, die die Freundschaft der drei Männer belasten – wenn auch im übertragenen Sinne.

Namhafte Schauspieler

Die namhaften Schauspieler machen die Wortgefechte zum puren Vergnügen: Der einstige Fernsehmoderator Ingolf Lück verleiht Max juvenilen Charme mit einer Spur von Überdrehtheit. der unter anderem als „Balko“ bekannte Jochen Horst spielt mit dem jeder Entscheidung ausweichenden Paul in herrlichster Weise gegen sein Machoimage an und Matthias Herrmann, der als Rechtsanwalt Voss in „Ein Fall für Zwei“ bekannt wurde, überzeugt als verzweifelter Gattenmörder: Er versteht es seiner Figur eine innere Zerissenheit zu verleihen, die durchaus tragikomische Dimensionen besitzt.

Regisseurin Ute Willing weiß um die Stärke ihres Ensembletrios und räumt den spielfreudigen Herren viel Platz ein. Sie spickt das Stück boulevardkomödiengerecht mit viel Tempo und einer gehörigen Portion Slapstick. Auch wenn dieser manchmal droht, die hervorragende Textvorlage des französischen Autors zu übertünchen, sind es doch gerade diese Einlagen, die das Publikum besonders honoriert.

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