Kommentar

in Essen muss mehr Geld in Erhalt von Bausubstanz fließen

Ein Kommentar von Frank Stenglein, Redaktionsleiter der WAZ Essen.

Ein Kommentar von Frank Stenglein, Redaktionsleiter der WAZ Essen.

Foto: WAZ

Essen.  Schulen, Sporthallen, Straßen bröckeln. Finanzielle Spielräume müssen dem Substanzerhalt dienen. Das ist wichtiger als Wohltaten für wenige.

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Marode Schulgebäude, kaputte Sporthallen, Straßen und Brücken in einem teils schlimmen Zustand – bei den öffentlichen Gütern bröckelt es gewaltig in Essen, und zwar nicht hie und da, sondern auf breiter Front. Da sollte es wie gerufen kommen, wenn nach langer Zeit der städtische Haushalt wieder etwas Spielräume bietet.

Bedauerlich nur, dass die Fraktionschefs von SPD und CDU bei der Vorstellung ihrer Ausgaben-Wunschkonzerts am Donnerstag nur wenig Absicht erkennen ließen, endlich den Erhalt der baulichen Substanz in den Mittelpunkt zu stellen. Stattdessen: ein bunter Strauß an Themen, mal mehr und leider auch mal weniger wichtig. Gegen mehr Grünpflege oder mehr Ausbildung bei der überalternden Stadtverwaltung lässt sich gar nichts sagen, auch die Mietzuschüsse für Vereine, die Aufstockung der Doppelstreifen oder die Aktivierung des Hauses der Essener Geschichte sind ehrenwerte Ziele.

Dass Bürger auch einmal entlastet werden – etwa bei den Kita-Gebühren – dürfte wohl ohnehin ein Traum bleiben

Dem Ernst der Lage entsprechen würde aber eine noch stärkere Konzentration auf das Wesentliche. Und das sind nun mal beispielsweise die eingangs genannten städtischen Güter, die für fast alle Bürger im Alltag von elementarer Bedeutung sind. Dass sie gar keine Erwähnung fanden, ist zumindest auffallend. Im günstigsten Fall ist dies einer lückenhaften Kommunikation geschuldet. Vielleicht setzt der Stadtkämmerer im neuen Haushalt genau hier Schwerpunkte, ohne dass die Parteien schon den vollen Überblick haben können, denn das umfangreiche Werk wird demnächst erst im Rat eingebracht.

Es wäre jedenfalls schön, wenn die Politik sich weitestgehend der Versuchung enthielte, für diese oder jene ihr jeweils nahestehende Interessengruppe Gutes zu tun, ohne dass dies in der Sache wirklich zwingend nötig ist. Dass insbesondere die hart arbeitende breite Mittelschicht auch einmal entlastet wird – zum Beispiel bei den hohen Kita-Gebühren –, dürfte wohl ohnehin ein Traum bleiben.

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