Impfgegner

Vaxxed-Vorführung in Essen: Polizei musste nicht eingreifen

Im Filmstudio Glückauf wurde der umstrittene Film "Vaxxed“ gezeigt.

Foto: Socrates Tassos

Im Filmstudio Glückauf wurde der umstrittene Film "Vaxxed“ gezeigt. Foto: Socrates Tassos

Essen.   Vor der Aufführung des US-Films „Vaxxed“ attackierten Impf-Befürworter im Netz den Kinobetreiber. Die Polizei schickte einen Streifenwagen.

Erst gab es Aufregung mit teilweise wüsten Beschimpfungen für die Essener Filmkunsttheater GmbH im Internet, am Mittwoch dann einen ruhigen Kino-Abend mit dem US-Film „Vaxxed“ und einer sachlichen Diskussion zum Thema Impfen im Filmstudio Glückauf.

Der Film ist umstritten, weil Regisseur Andrew Wakefield, umstrittener Mediziner und Impfkritiker, einen kausalen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus behauptet.

Bei der Filmkunsttheater GmbH, die in Essen das Astra, das Eulenspiegel, die Lichtburg, die Galerie Cinema und das Filmstudio Glückauf betreibt, gingen darum reichlich Beschwerden ein.

„Viel moralische Keule und üble Beleidigungen“

„Viel moralische Keule und üble Beleidigungen“, sagt Geschäftsführerin Marianne Menze. Ähnliche Aufregung hatte sie zuletzt bei der Doku „Inside IS“ über die gleichnamige Terror-Organisation erlebt. „Und bei Scorseses Letzte Versuchung Christi. Da haben Orthodoxe mit großen Kreuzen im Winter eine Woche vor unserem Kino gestanden und den Zuschauern gesagt, sie würden in die Hölle kommen, wenn sie den Film sehen“, erinnert sich Menze.

Sie ist seit 40 Jahren im Geschäft und betont: „Wir sehen uns auch als Ort der Auseinandersetzung mit kontrovers diskutierbaren Themen.“

Polizisten hatten ruhigen Abend vor dem Filmstudio

Bei der Vorführung des umstrittenen Films am Mittwochabend blieb es ruhig.

Die Vorstellung war mit 250 Zuschauern vorab ausverkauft. Eine Gruppe von Impf-Befürwortern und Gegnern des Films verteilte Flugblätter.

Die Polizisten im Streifenwagen vor dem Glückauf hatten einen ruhigen Abend.

Impf-Gegner und Impf-Befürworter kommen zu Wort

Auf den Film folgte eine Diskussion mit Prof. Alfred Längler (Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke), Dr. Rainer Kundt (Amtsarzt Stadt Essen), Regisseur Andrew Wakefield und Moderatorin Christine Kostrzewa. Dabei kamen Impf-Gegner wie Impf-Befürworter zu Wort – auch aus dem Publikum. „Alles blieb im sachlichen, ruhigen Rahmen“, sagt Marianne Menze.

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