Gastronomie

Im Essener Eulenspiegel-Filmtheater ist plötzlich Musik drin

Das Leben ist voller Schönheit – und das Eulenspiegel-Café ebenso: Norbert Bethscheider, Claudia Hagedorn und Florian Streier wollen mit einer Konzertreihe neuen Schwung in die Gastronomie bringen.

Foto: Knut Vahlensieck

Das Leben ist voller Schönheit – und das Eulenspiegel-Café ebenso: Norbert Bethscheider, Claudia Hagedorn und Florian Streier wollen mit einer Konzertreihe neuen Schwung in die Gastronomie bringen. Foto: Knut Vahlensieck

Essen.   Mit einer neuen Konzertreihe will sich die Gastronomie des Essener Eulenspiegel-Filmtheaters wieder stärker ins Licht der Öffentlichkeit rücken.

„Die goldenen Neunziger“: So nennt Norbert Bethscheider die Zeit, in der die Gastronomie in Essen florierte. In dieser Zeit gab es in der Stadt etliche Kneipen und Cafés, die in den Köpfen vieler heute noch als Kult gelten. Auch das Kino-Café Eulenspiegel an der Steeler Straße in Huttrop hat in diesem Jahrzehnt eröffnet. In den letzten Jahren ist das einstige Kleinod etwas in Vergessenheit geraten. Nun will Bethscheider als neuer Pächter das Café wieder mehr ins Licht der Öffentlichkeit rücken – auch mit Hilfe des Musikers Florian Streier.

1991 öffnete das Café seine Pforten. Unter anderem war es Claudia Hagedorn, die damit ihre Idee einer Kino-Gastronomie mit Alleinstellungsmerkmal realisiert hatte. „Uns fehlte damals ein Café, in dem man lange frühstücken konnte“, erinnert sich Hagedorn, die damals im Kino auch als Filmvorführerin arbeitete und noch heute den Essener Filmkunst-Theatern in der Öffentlichkeitsarbeit die Treue hält. Die Gastronomen schufen damals eine besonders bei Studenten beliebte Stätte, in der man noch bis 17 Uhr Brötchen verdrücken konnte. „Zur damaligen Zeit war das ein Novum.“

Konkurrenz durch das Südviertel

Auch Bethscheider, zu der Zeit selbst als Szene-Gastronom in der Stadt aktiv, kannte das Café gut. „Illustre Gestalten wie Hagen Rether oder Helge Schneider haben sich dort getummelt“, erinnert er sich. Die Lage war nicht so problematisch wie heute, eher studentisch geprägt – und vor allem: „Es gab noch nicht die Konkurrenz durch das Südviertel“, so Hagedorn.

Während sich heutzutage rund um den Isenbergplatz das Szenevolk trifft, ist das Eulenspiegel-Café eher in Vergessenheit geraten. „Wir wollen erreichen, dass die Nachbarschaft den Ort hier wiederentdeckt“, so Bethscheider, der im August die Theke übernommen hat. Unter anderem mit einer offeneren Gestaltung des Schaufensters und der Einrichtung eines kostenlosen WLAN-Zugangs will er wieder mehr Publikum locken.

„Das Publikum soll mitsingen, mittanzen, mitfeiern.“

Vor allem mit einer neuen Konzertreihe soll die Gastronomie Profil gewinnen: Dafür hat man sich mit Florian Streier einen in der Essener Szene verankerten Musiker geholt, der das Konzept für „Euleluja – Kleine Knisterkonzerte“ auf die Beine gestellt hat. Jeden zweiten und vierten Freitag eines Monats bespielen wechselnde Musiker eine Bühne direkt am Schaufenster – auch bei vorbeigehenden Passanten soll das Neugierde wecken. „Es sollen keine klassischen Konzerte sein“, erläutert Streier. „Das Publikum soll mitsingen, mittanzen, mitfeiern.“ Er selbst fungiere als Moderator, „aber sicher hier und da auch als Gastsänger“.

Nicht nur im Café selbst kann das Publikum Platz nehmen: „Bei den ersten beiden Konzerten, die bereits stattfanden, war auch die Treppe zum Kino, die bei den Konzerten als Empore dient, gut gefüllt“, so Hagedorn. Los gehen die Veranstaltungen gegen 20.30 Uhr, wenn der Einlass zur Hauptvorstellung begonnen hat.

„Es ist ein sehr lebendiges, internationales Viertel“, erzählt Streier. „Ich bin sicher, dass wir hier mit unserer Reihe gut aufgenommen werden.“

>>> Das Programm der nächsten Wochen

Am 13. Oktober tritt das Bielefelder Akustik-Pop-Trio „High Society Ping Pong“ im Café Eulenspiegel auf, am 27. Oktober der unter anderem durch „Reichtum Plakat Erde“ und als „Liederkaputtmacher“ bekannt gewordenen Frank Chatoupis.

Am 10. November kommt das Bowriders String Quartet, am 24. November das Duo ConCordes. Der Eintritt ist frei, ein Hut für die Musiker geht rum.

Interessierte Musiker können sich bei Florian Streier melden unter 0171 / 86 83 882.

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