Hundeschwimmen

Hundeschwimmen: 400 bellende Badegäste toben im Grugabad

Spaß für Mensch und Tier bei herbstlichen Temperaturen: Hundebesitzerin Maja schwamm mit Hündin Laika im Grugabad in Essen.

Spaß für Mensch und Tier bei herbstlichen Temperaturen: Hundebesitzerin Maja schwamm mit Hündin Laika im Grugabad in Essen.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen.  Mit dem Hundeschwimmen endet im Grugabad traditionell die Saison. Rund 400 tierische Besucher und einige Hundebesitzer sprangen in die Fluten.

Auf kurzen, stämmigen Beinchen stand „Paco“ (2) am Beckenrand, um die Lage zu peilen. Zehn Sekunden später gab der kleine, weißbraune Rüde Vollgas und flitzte ins Wasser, um sich als Erster den giftgrünen Tennisball zu schnappen. Denn die Gefahr, dass dieser zwischen die falschen Zähne geriet, war erheblich. „Paco“ - eine Mischung aus französischer und englischer Bulldogge – gehörte zu den über 400 bellenden Badegästen, die zum Saisonabschluss das Grugabad in ein riesiges Open-Air-Hundeparadies verwandelten.

Chlorversorgung war in den Becken schon eine Woche früher eingestellt worden

Wer dabei sein wollte, brauchte allerdings seinen Heimtierausweis mit Nachweis einer gültigen Tollwutimpfung. Bereits eine Woche vorher war die Chlorversorgung im Wellen- und Nichtschwimmerbecken mit insgesamt 4,5 Millionen Liter Wasser eingestellt worden. Thomas Schulte (49), stellvertretender Betriebsleiter: „Wir haben heute absolute Trinkwasserqualität.“ Zusätzlich wurde diesmal das Kinderplanschbecken für Welpen und Mini-Rassen geöffnet.

Aber auch dieses Angebot konnte Piccoletto-Chihuahua „Bailey“ (3) nicht überzeugen. Der 1800 Gramm leichte Winzling im weinroten Stoffmäntelchen kuschelte sich lieber in die warme Umhängetasche von Erzieherin Lena Rose (22) und beobachtete das bunte Pooltreiben aus sicherem Abstand. Währenddessen marschierten wenige Meter entfernt rund 8,5 Kilo geballtes Selbstbewusstsein am Beckenrand entlang. Hundeomi „Nicki“ (14), eine schwarzhaarige Terriermischlingshündin mit vielen grauen Strähnchen, benetzte aber nur ihre Pfötchen mit Badewasser. Besitzer Jörg Labusch (50) war extra mit der rüstigen Seniorin aus Herne gekommen: „Ich muss hier immer ein Auge auf Nicki haben, sie würde sich sogar mit einem Schäferhund anlegen.“

Wesentlich größer, aber umso schüchterner trabte „Ivy“ (3) über die benachbarte Liegewiese. Die Irische Wolfshündin mit 75 Zentimeter Stockmaß musste sich ganz langsam an ihre vielen neuen Kumpels gewöhnen. Frauchen Sandra Struck (42): „Sie ist total überwältigt von den ganzen Eindrücken hier.“ Erheblich forscher versuchte der mächtige Leonberger „Odin“ (20 Monate jung, 70 Kilo Gewicht) bei seiner aktuellen Favoritin zu landen. Hartnäckig heftete er sich an die Fersen von „Kiwi“ (4), einer zierlichen schwarz-braun gestromten Schäferhund-Mischung. Odins Besitzerin Marcella Völling (59) schmunzelte: „Wenn er sich verliebt hat, kann Odin ziemlich hartnäckig sein.“ Die schüchterne „Kiwi“ fühlte sich allerdings etwas überfordert und flüchtete vor ihrem stürmischen Verehrer.

Sieben Stunden stürzten sich Hunde und Menschen ins nasse Vergnügen

Sieben Stunden lang stürzten sich die bellenden Badegäste – und auch vereinzelte wetterfeste Begleiter – ins nasse Vergnügen. Blessuren wurden von Mitarbeitern der Essener Tierrettung behandelt. Um 17 Uhr war die Saison 2019 im Grugabad beendet. Thomas Schulte: „Bevor wir unseren Badebetrieb nächstes Jahr wiedereröffnen, lassen wir das alte Wasser im März ab. Anschließend spitzen wir die Becken mit Hilfe eines Feuerwehrschlauchs aus, schrubben alle Wände sauber und reinigen die Böden mit einem speziellen ferngesteuerten Sauggerät.“

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