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Gewaltexzess in Essen: Bande richtet Wehrlosen schlimm zu

Tatort Altendorf: Sieben junge Männer richten das wehrlose, auf dem Boden liegende Opfer mit Faustschlägen und Fußtritten schlimm zu. Die abscheulichen Bilder stammen aus dem Handy-Video, das im Milieu seit Tagen in Umlauf ist.

Tatort Altendorf: Sieben junge Männer richten das wehrlose, auf dem Boden liegende Opfer mit Faustschlägen und Fußtritten schlimm zu. Die abscheulichen Bilder stammen aus dem Handy-Video, das im Milieu seit Tagen in Umlauf ist.

Foto: OH

Essen.   Die Staatsanwaltschaft Essen ermittelt wegen eines Gewaltexzesses im Clan-Milieu. Eine Bande verprügelt einen 20-Jährigen auf bestialische Weise

Die Staatsanwaltschaft Essen ermittelt wegen eines Gewaltexzesses im arabisch-libanesischen Milieu, der sich offenbar vor drei Wochen in Essen-Altendorf zugetragen hat. Die Sprecherin, Oberstaatsanwältin Anette Milk, hält sich äußerst bedeckt. „Es wird gegen namentlich bekannte Beschuldigte ermittelt, ansonsten geben wir zum Stand der Ermittlungen keine Auskunft“, sagt sie auf Anfrage. Fest steht: Mindestens sieben junge Männer haben einen wehrlosen Essener mit großer Brutalität schlimm zugerichtet.

Ein Video des Gewaltexzesses kursiert im arabisch-libanesischen Milieu

Eine achte und womöglich tatbeteiligte Person hat die Gewaltszenen mit einer Handykamera festgehalten. Seit etwa einer Woche soll das Video dieses Gewaltexzesses in den arabisch-libanesischen Großfamilien die Runde machen. Es dokumentiert einen Ausbruch von Gewalt, bei dem das Opfer mit blutüberströmtem Gesicht und Oberkörper schwer verletzt zurückbleibt.

Unbestätigten Informationen zufolge soll es sich bei dem Opfer um den etwa 20 Jahre alten Sohn des Shisha-Bar-Inhabers R. aus der nördlichen Innenstadt handeln. Der siebenköpfige Schlägertrupp soll sich aus Mitgliedern mehrerer Großfamilien rekrutieren, es ist die Rede von den Clanfamilien S., O. und H.

Oberstaatsanwältin Anette Milk bestätigt die Existenz des verstörenden Videos. Ihre Behörde ermittele wegen „schwerem Raub in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung“. Die Ermittlungsbehörden sollen schon seit längerem Kenntnis von dem Gewaltexzess in Altendorf haben. Das aufschlussreiche Video, das die Prügelorgie in allen abscheulichen Details dokumentiert, soll den Ermittlern erst seit wenigen Tagen vorliegen.

Der drei Minuten lange Handy-Film ist ein erschütterndes Dokument über das Ausmaß von Verrohung

Der Handy-Film ist fast drei Minuten lang und enthält eine Fülle von Szenen, die selbst für den erwachsenen Betrachter kaum zu ertragen sind. Er dokumentiert das Ausmaß von Verrohung unter jungen arabisch-libanesischen Männern, die zuletzt für unrühmliche Schlagzeilen sorgten – etwa wenn sie bei Kreisliga-Spielen Jagd auf Schiedsrichter machen oder Schwimmmeister und Badegäste in Freibädern angreifen.

Im Altendorfer Kriminalfall fällt der Schlägertrupp mit roher Gewalt über das am Boden liegende Opfer her. Mal zusammen, mal einzeln traktieren sie den jungen Mann mit Faustschlägen gegen Kopf und Gesicht.

Ein Kenner des libanesischen Milieus berichtet, dass eine Belanglosigkeit Auslöser dieses Vorfalls sein könnte: Der 20-Jährige aus dem Clan R. soll sich für junge Frauen aus dem anderen Clan interessiert haben. Um diese Annäherung zu unterbinden, hätten Mitglieder des Clans S. dem späteren Opfer eine Falle gestellt und ihn nach Altendorf gelockt. Der Tatort ist anscheinend ein Schulhof.

Fußtritte treffen das Haupt des Opfers, so als wäre der Kopf ein Fußball

Das fast drei Minuten lange Handy-Video zeigt, wie die Schläger abwechselnd mit Füßen auf R.’s ungeschützten Kopf treten. Mehrere Male nehmen sie Anlauf, wie ein Fußballspieler es bei einem Strafstoß tut. Ihre Tritte treffen den Oberkörper, den Rücken und sogar den Kopf des Wehrlosen.

Dieser versucht immer wieder Schutz in einem Gebüsch zu finden, doch die Peiniger zerren ihn wieder ins Freie. In der Mitte des Videos ist der Kopf blutüberströmt, seine herzzerreißenden Schreie lassen erahnen, welche Schmerzen er aushalten muss. Ein Schläger mit weißem T-Shirt und weißen Turnschuhen tut sich besonders hervor, am Ende ist sein rechter Schuh blutrot.

Gruppe bespuckt das Opfer und reißt ihm T-Shirt vom Körper

Das Opfer wird bespuckt und beschimpft. Meistens wird vulgäres Arabisch gesprochen. Es fallen Sätze wie „Wir fi. . . en deine Ehre“ oder „Wir fi. . en deine Mutter.“ Hin und wieder wird auch auf Deutsch („Du Hund“) geschimpft. Zwischendurch schlägt einer vor, das Opfer mit einem Auto zu überrollen. Die Raserei flacht nicht ab, sie steigert sich. Am Ende reißt der Mob dem Opfer das schwarze T-Shirt vom Oberkörper. Ein Akt, der in der muslimischen Männerwelt als üble Erniedrigung und Kränkung zu verstehen ist.

Paralleljustiz im Clan-Milieu heißt: Eigene Friedensrichter urteilen am Rechtsstaat vorbei

Typisch für die arabisch-libanesische Parallelgesellschaft ist der Hang, selbst schwerste Körperverletzungen oder gar „Ehrenmorde“ an den deutschen Ermittlungs- und Justizbehörden vorbei durch eigene Friedensrichter und Clan-Oberhäupter sühnen zu lassen. Es handelt sich um eine Paralleljustiz, die den Rechtsstaat gefährdet.

Geraten Tatverdächtige in die Hände der Behörden, stoßen die Ermittler meistens auf eine Mauer des Schweigens.

Dem Vernehmen nach sollen nach dem Altendorfer Gewaltexzess zwei Haftbefehle gegen Tatverdächtige vollstreckt worden sein, einer der beiden Männer soll inzwischen auf freien Fuß gesetzt worden sein.

Weitere Eskalation am Montag: Shisha-Bar sollte demoliert werden

Überschattet wird die zähe Arbeit der Ermittler offenbar von der im Hintergrund schwelenden Gefahr möglicher Racheakte. Ein Kenner der Szene berichtet von einem weiteren Vorfall am Montagabend, der als Indiz für eine Eskalation gewertet werden könnte. Zwei Mitglieder des Clans O. sollen vor dem Lokal der R.’s absichtlich auf den Bürgersteig gespuckt haben. Letztere sollen sich provoziert gefühlt und die O. geschlagen haben.

Daraufhin seien diese in der Nacht in die Huestraße nach Schonnebeck gefahren, um eine andere Cocktail & Shisha-Bar der R. zu demolieren. Als sie ankamen, sollen sie allerdings vor bereits geschlossenen Türen gestanden haben.