Kommentar

Gefährdete Balance in der nördlichen Innenstadt

Ein Kommentar von Frank Stenglein, Redaktionsleiter der WAZ Essen.

Ein Kommentar von Frank Stenglein, Redaktionsleiter der WAZ Essen.

Foto: WAZ

Essen.   Clan-Kriminalität und Drogenhandel könnten die vielen guten Entwicklungen der letzten Jahre stoppen oder gar umdrehen. Das wäre fatal.

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Die nördliche Innenstadt leidet immer mehr darunter, dass sie Zentrum der Clan-Kriminalität und zunehmend auch des Drogenhandels geworden ist. Das ist insofern tragisch, weil es in den letzten Jahren so viele positive Entwicklungen gab – baulich und sozial.

Die Stichworte sind bekannt: Die Aktivitäten des Unternehmers und Philantropen Reinhard Wiesemann, der Neubau des Kreuzeskirchviertels, die Sanierung und Neunutzung der Kirche selbst, die Entstehung des gehobenen Wohnquartiers „Grüne Mitte“ – all das sind nur die augenfälligsten Verbesserungen.

Immer wieder gibt es zudem erfreuliche gastronomische Neuanfänge. Nicht genug zu loben sind auch die Standortinitiativen des Einzelhandels und der Hauseigentümer, mit Brecklinghaus als immer noch bekanntestem Flaggschiff. Langer Atem und ökonomische Substanz gibt’s also durchaus, aber ob das ewig so weitergeht, ist die große Frage. Resignation und Rückzug wären jedoch fatal.

Viel wird davon abhängen, ob die Polizei mehr als nur Nadelstiche anbringen kann, ob das Sicherheitsgefühl wächst und die Lage zumindest nicht völlig aus dem Ruder läuft. Seit dem mittlerweile berühmten Vorfall vor der Buddy Bar sind da Zweifel erlaubt. Kompromisslose Härte gegen die Ganoven, Angebote und Schutz für die Ehrlichen – darauf wird es weiterhin hinauslaufen, um die prekäre Balance irgendwie zu wahren. Mehr zu erwarten, wäre unrealistisch, und Patentrezepte gibt es schon mal gar nicht.

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