Nach dem Ende der großen Ferien könnten auch in Essener Klassenräumen einige Plätze leer bleiben: Weil junge Frauen in ihren Heimatländern verheiratet worden sind. Die Zahl der Zwangsverheiratungen nehme in den Sommerferien regelmäßig zu, sagen Hilfsorganisationen. Die betroffenen Mädchen seien zwischen 16 und 21 Jahre altund hätten oft türkische oder arabische Wurzeln, andere stammten vom Balkan oder aus kurdischen Gebieten.
Allerdings kommt es nur selten zur Anzeige: Bundesweit weist die Kriminalstatistik für das vergangene Jahr lediglich 67 Zwangsehen aus. Fachleute vermuten, dass die Dunkelziffer ungleich höher ist. Deutlich mehr suchen Beratungsstellen auf: So erfasste eine Studie des Bundesfamilienministeriums im Jahr 2008 fast 3500 Beratungen. Auch die Frauenberatung Essen weiß aus ihrer Praxis, dass die Mädchen oft den Gang zur Polizei scheuen.


