Fotografie

Fotozentrum: Essener Rat soll Resolution beschließen

Auf dem weitläufigen Gelände der Zeche Zollverein soll das Bundesinstitut für Fotografie eine Heimat finden.

Auf dem weitläufigen Gelände der Zeche Zollverein soll das Bundesinstitut für Fotografie eine Heimat finden.

Foto: Dana Pusch / FUNKE Foto Services

Essen.  Fotoinstitut soll auf Zollverein angesiedelt werden. Weil Düsseldorf andere Pläne hat, soll sich nun der Essener Rat für den Standort einsetzen.

Die Gründung einen Bundesinstituts für Fotografie sorgt weiterhin für ein politisches Tauziehen zwischen Essen und Düsseldorf. Die Landeshauptstadt war bereits im Herbst vergangenen Jahres vorgeprescht und hatte sich an Kulturstaatsministern Monika Grütters vorbei Förderzusagen von Bund und Land in Höhe von fast 83 Millionen Euro für ein „Deutsches Fotoinstitut“ in Düsseldorf gesichert. Im März 2020 aber hatte sich die von Grütters einberufene Expertenkommission dann für Essen als den profilierteren Standort ausgesprochen. Weil sich die Düsseldorfer dem Votum nicht beugen und in der kommenden Woche im Rat bereits erste Beschlüsse für das Bauprojekt am Ehrenhof fassen wollen, plädieren die Essener Grünen nun dafür, dass das Thema am 24. Juni auch im Essener Rat auf die Tagesordnung rückt.

Politik und Stiftungen unterstützen die Entscheidung für den Standort Essen

Die Essener Verantwortlichen vertrauen derweil auf die Zusagen aus Berlin. So hat Monika Grütters erst vor wenigen Tagen eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die die Realisierung des Experten-Konzepts auf Zollverein vorantreiben und „eine seriöse Zeit- und Kostenschätzung ermöglichen soll“. Wie die Studie „ergänzend auch den möglichen Standort Düsseldorf berücksichtigen“ soll, lässt Grütters aber offen. Dort wirbt Starfotograf Andreas Gursky bereits seit Jahren für ein Fotokompetenz-Zentrum. Kritisiert wurde aber vor allem seine Ausrichtung auf aktuelle künstlerische Fotografie. In Essen sieht man hingegen die gesamte Bandbreite der Fotografie inklusive Forschung und Lehre abgedeckt.

An Rückendeckung für das ambitionierte Projekt zur Sicherung des nationalen Fotokunst-Erbes hatte es in Essen deshalb zuletzt nicht gemangelt. Neben Oberbürgermeister Thomas Kufen sowie den Essener Landtags- und Bundestagsabgeordneten haben auch die großen Essener Stiftungen (neben der Krupp- auch die Mercator-, die RAG-, die Innogy- und die Brost-Stiftung) ihre Unterstützung zugesagt. Seitens der Stiftung Zollverein wurden bereits verschiedene Vorschläge gemacht, wo das Bundesinstitut für Fotografie auf dem Welterbe angesiedelt werden könnten: Sie reichen von einem Neubau bis zum Bauen im Bestand.

NRW-Landesregierung soll eine klare Position beziehen

„Die Zeche Zollverein ist der ideale Standort für das geplante Bundesinstitut für Fotografie“, findet auch Grünen-Fraktionsvorsitzende Hiltrud Schmutzler-Jäger. In der Mitteilung heißt es weiter: Angesichts des hartnäckigen Drängens der Stadt Düsseldorf freut uns die entschiedene Fürsprache von Staatsministerin Monika Grütters für Essen als Standort. Von der NRW-Landesregierung erwarten wir jetzt eine ähnliche klare Positionierung zugunsten des nachweislich besseren fachlichen Konzeptes in Essen. Mit dem Museum Folkwang, dem Ruhr Museum, dem Historischen Archiv Krupp und der Folkwang Universität der Künste kann das geplante Bundesinstitut in Essen auf ein breites Fundament aufbauen, das weit mehr als Restaurierung und Archivierung vorhandener Bestände bietet. Nun sollte sich auch der Rat der Stadt Essen in der kommenden Ratssitzung hinter diese Standortempfehlung stellen.“

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