Deutsche Fotomeisterschaft

Foto-Elite gibt sich ein Stelldichein auf Zeche Zollverein

Johnny Krüger, der Deutsche Fotomeister 2018.

Johnny Krüger, der Deutsche Fotomeister 2018.

Foto: Johnny Krüger

Essen-Katernberg.   Foto ist nicht gleich Foto – selbst bei Könnern nicht. Das wird sich auch bei der Deutschen Fotomeisterschaft auf Zeche Zollverein zeigen.

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Die Borbecker Fotofreunde sind mit 25 Mitgliedern ein vergleichsweise kleiner Verein, der selbst unter den Fachleuten nicht jedem ein Begriff ist. Das könnte sich am kommenden Wochenende ändern. Die Borbecker sind am Samstag und Sonntag Gastgeber der Deutschen Fotomeisterschaft, zu der deutlich über 100 Teilnehmer aus der gesamten Republik erwartet werden. Ausrichter ist der Deutsche Verband für Fotografie, mit 5400 Mitgliedern der größte des Landes.

„So eine Bundesfotoschau ist das i-Tüpfelchen“

„Wir sind schon gut beschäftigt“, sagt Günter Schneider, Vorsitzender der Borbecker Fotofreunde. In der Stimme schwingt trotzdem hörbarer Stolz mit. Vor zwölf Jahren richteten die Borbecker die Landesfotoschau aus. „So eine Bundesfotoschau wie jetzt ist aber das i-Tüpfelchen“, sagt Schneider.

962 Teilnehmer hatten 5719 Bilder eingereicht. Die Themenpalette ist so weit gefächert wie das Leben. Sport, Natur, Landschaft, Portrait. Schwarz-Weiß oder in Farbe. Die vierköpfige, international besetzte Jury war um ihre Aufgabe nicht zu beneiden – aber Entscheidungen mussten her. Und sie wurden gefällt.

Der Sieger mit dem Spezialgebiet Tierfotografie

Am Ende setzte sich Johnny Krüger durch. Der 57-Jährige aus Süddeutschland darf sich Deutscher Fotomeister 2018 nennen. „Es gibt viele gute Fotografen. Das ist die Sicht der Jury“, sagt Krüger, dessen Spezialgebiet die Tierfotografie ist. Der Freude über den Titel tut das keinen Abbruch. Zu den Fotos, die er zur Deutschen Meisterschaft einreichte, gehört eines mit dem Titel „Cats in the Box“ und zeigt Katzen in einer Art Koffer. Auf einem weiteren hat er einen Steinmarder im Sprung festgehalten.


„Deutscher Fotomeister wird man aber nicht mit einem Bild“, sagt Krüger. Er sei breit aufgestellt und das habe sich in diesem Jahr ausgezahlt. Auch mit seinem Foto „Hüter der Raben“, einem Portrait aus seiner Mittelalter-Serie, konnte Johnny Krüger bei der Jury kräftig punkten.

Was aber macht aus Sicht eines Deutschen Fotomeisters ein gutes Foto aus? „Wettbewerbsfotos von Borbecker Fotofreunden wurden in diesem Jahr nicht mit Pokalen, Medaillen oder Urkunden belohnt. Für Thomas Ley, Hannes Löhr, Dieter Krause, Reinhold Schulte-Holtey und Norbert Steffen gab es aber immerhin eine „Annahme“. Damit trennt die Jury die Spreu vom Weizen. Mit einer „Annahme“ lässt sie Fotografien für die Endausscheidung zu.

„Ich lerne auch immer noch dazu“

Johnny Krüger wird am Samstag noch eine weitere Ehrung zuteil. Er wird zum „Meister der FIAP“ ernannt. FIAP steht für Fédération Internationale de l’Art Photographique, den Weltverband. Die Preise sind die eine Seite, sich mit Kollegen auszutauschen, ist ihm aber ebenso wichtig. „Außerdem lerne ich auch immer noch dazu“, sagt der Meister.

Die Jugend sei nur schwer für die Fotografie zu begeistern, sagt Günter Schneider, auch wenn täglich Millionen von Handybildern gemacht würden. Fotografie und Fotografie seien halt nicht dasselbe. Die Exponate auf Zollverein bestätigten das eindrucksvoll.

>>> Die Ausstellung zieht in die Orangerie der Gruga

Die Ausstellungseröffnung sowie die Siegerehrung finden am Samstag, 6. Oktober, zwischen 14 und 16 in der Halle 12 auf Zollverein statt. Am Sonntag, 7. Oktober, ist die Ausstellung von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Vom 9. bis 26. Oktober werden Meisterschaftsfotos täglich von 10 bis 16 Uhr in der Orangerie der Gruga zu sehen sein.

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