Graffiti-Enthüllung

Fans gedenken Chester Bennington im Kaiser-Wilhelm-Park

Die Band spielte Songs von Linkin Park und die Fans lauschten oder sangen mit.

Die Band spielte Songs von Linkin Park und die Fans lauschten oder sangen mit.

Foto: Socrates Tassos

Altenessen.   Chester Bennington, verstorbener Sänger von Linkin Park, ist nicht vergessen. Das zeigten gut 150 Fans bei der Enthüllung des Graffito.

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Etwa 150 Fans aus ganz Deutschland sind zur Einweihung der Gedenkstätte zu Ehren des Sängers Chester Bennington in den Essener Norden angereist. „Wir haben über Facebook davon erfahren und sofort gewusst, dass wir hier hin müssen“, erzählen Rebecca und Anja aus Hamburg. „Wir verbringen hier eine Nacht und dann geht es wieder zurück in den Norden.“

Als der Sänger Chester Bennington vor einem Jahr tot aufgefunden wurde, ging ein Ruck durch die Fanszene seiner Rockband „Linkin Park“. Der unter Depression leidende Bennington hatte sich im Alter von nur 41 Jahren das Leben genommen.

Gabriele Schwab gründete „LP The Wall Germany“

Seine weltweiten Anhänger standen unter Schock. So auch Gabriele Schwab, Vorsitzende des Essener Vereins „LP The Wall Germany“. Nach dem Tod des Sängers pilgerten sie und andere Fans zunächst an die Zollstraße, wo der Fassadenkünstler David Landgraf ein Graffito zu Ehren des Musikers auf eine Mauer gesprüht hatte. „Das war am 20. August vergangenen Jahres. Wir haben an der Mauer Kerzen und Blumen niedergelegt. Leider hieß es aber irgendwann, dass die Mauer entfernt wird.“

1000 Unterschriften und 1000 Euro gesammelt

Schwab und ihre Mitstreiter suchten einen neuen Treffpunkt und entdeckten den heruntergekommenen Pavillon im Kaiser-Wilhelm-Park. „Wir haben dann über 1000 Unterschriften gesammelt, um den Pavillon für unsere Zwecke nutzen zu können. Die Politik ist uns sehr entgegen gekommen, so dass wir ihn renovieren konnten.“ Aus dem verkommenen Pavillon ist nun ein Kunstwerk geworden. David Landgraf verzierte ihn mit einem Portrait und zwei Zitaten des Linkin-Park-Sängers. „Worauf wir besonders stolz sind: Alles ist durch Spenden finanziert. Die benötigten Eintausend Euro hat die starke Fangemeinschaft aufgebracht“, so Schwab.

Hans Wilhelm Zwiehoff hoch erfreut

Der Bezirksbürgermeister Hans-Wilhelm Zwiehoff (SPD) zeigte sich bei der Einweihung am vergangenen Samstag hocherfreut. „Alle in der Bezirksvertretung waren froh, dass der Park wieder mehr mit Leben gefüllt wird. Hier wurde ein schöner neuer Treffpunkt geschaffen.” Als die Live-Band mit Frontmann Daniel Wilhelm einige der Linkin-Park-Hits coverte, flossen bei vielen Anhängern, deren Körper in großer Zahl geschmückt sind mit Tattoos der Band und ihres Lead-Sängers, die Tränen. Einige legten Blumen nieder und zündeten Kerzen an. Der Abschied von ihrem Idol fällt den Fans immer noch schwer. „Seine Musik hat mich jahrelang begleitet und sie wird es auch weiterhin. Es war ein schwerer Schlag für mich, weil mir diese Texte so viel bedeuten. Bei der Enthüllung des Denkmals hatte ich eine Gänsehaut”, offenbarte etwa Birgit Meier.

Enthüllung war ein sehr emotionaler Moment

Nach der Enthüllung des Pavillons durch den Graffiti-Künstler David Landgraf und einer Vertreterin des Vereins hellte die Stimmung aber wieder auf. Am Nachmittag ließen die Fans noch Ballons mit persönlichen Grußbotschaften in den Himmel über Altenessen steigen. Der Zusammenhalt in der Szene war in diesen Momenten förmlich greifbar.

>>> Ein Treffpunkt – nicht nur für Fans von Linkin Park

Der neue Treffpunkt in Altenessen soll nicht ausschließlich für Linkin-Park-Fans sein. „Alle, die das Bedürfnis haben, mal über was auch immer mit jemanden zu reden, sind herzlich eingeladen, in den Park zu kommen“, sagt Gabriele Schwab.

„Der Tod von Chester Bennington hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, Depressionen zu erkennen und dagegen vorzugehen.“ In Zukunft will sich der Verein einmal im Monat im Kaiser-Wilhelm-Park treffen und austauschen. Dabei hoffen Schwab und ihre Mitstreiter auch auf die Unterstützung des Essener Bündnisses gegen Depression.

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