Konzert

Fans feiern Sänger Shakin' Stevens im Essener Colosseum

Shakin' Stevens beim Konzert im Essener Colosseum.

Shakin' Stevens beim Konzert im Essener Colosseum.

Foto: Socrates Tassos

Essen.   Sänger Shakin‘ Stevens hat am Freitag im Colosseum in Essen gespielt. Wie seine Fans den Musiker an diesem Abend gefeiert haben.

Rockabilly-Sänger Shakin‘ Stevens startet im Colosseum – und die Leute gehen bereits beim zweiten Song mit. „Turning Away“ aus den 80ern fährt ihnen in die Hände. Nur ein wenig später reißt es einen gestandenen Mann in den 60ern vom Sitz und er schreit, so laut er kann, immer wieder „Shaky, Shaky“. Er ist nicht der einzige.

Die Fans stehen und schreien und klatschen, wedeln mit den Armen und schwingen die Hüften. Bei den alten Krachern wie „Oh Julie“, „Marie, Marie“, „You Drive Me Crazy“, und „Green Door“ gibt es fast kein Halten mehr.

Shakys Großmutter blickt von der Videoleinwand

Bei einem Song blickt Shakys Großmutter bestimmend von der Videoleinwand über die Leute. „Sie war 80 Jahre bei der Heilsarmee“, sagt Stevens. Alles ist heil jetzt im Colosseum: Auch wenn die Welt dort „draußen in Fetzen hängt“ (Fritz Eckenga), hier drinnen herrschen Friede, Freude, Wohlbefinden.

Shaky hat nicht viel zu tun. Er muss nur singen. Die einstige Rock‘n‘Roll-Ikone steht vor dem Mikrofon wie angenagelt, der Hüftschwung lahmt, die Knie zittern zaghaft im Takt der Hits.

Besucherin schwärmt atemlos und hofft auf Autogramm

Der Rock klingt weich gespült. Nach gut zwei Stunden ermüdet die Stimme. Die raue Hymne von CCR (Creedence Clearwater Revival) „Have You Ever Seen The Rain“ verläuft im Sande. Die respektable Band – zwei Sängerinnen, zwei Gitarristen, Schlagzeug, Bass, Saxofon, Trompete - spielt trotz scheinbarer Begeisterung mit gebremstem Schaum. Egal. Die „Shaky, Shaky“-Rufe wollen kein Ende nehmen.

Besucherin Mira Tomic – ihren ersten Shaky-Hit hörte sie mit elf Jahren – schwärmt atemlos: „Shakys Stimme könnte ich unter Millionen raushören.“ Sie hofft auf ein Autogramm auf ihrer Lederjacke. Eines von Wencke Myhre hat sie auch. Die Zugaben beginnen mit „This Ole House“. Wie passend.

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