Großeinsatz

Familien-Fehde Auslöser für Polizei-Großeinsatz in Essen

Mitglieder von zwei Großfamilien sind in Streit geraten.

Mitglieder von zwei Großfamilien sind in Streit geraten.

Foto: Justin Brosch

Essen.  Der Streit zweier Großfamilien ist in Essen beinahe eskaliert: Auslöser soll die Liebesbeziehung zwischen Tochter und Sohn der Familien sein.

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Nach einer heftigen Auseinandersetzung in Duisburg musste die Polizei am Mittwochabend in Essen eingreifen, um eine Eskalation der Gewalt zwischen zwei Großfamilien zu verhindern. Tatort diesmal: der Julius-Leber-Weg im Stadtteil Horst in Essen. Dabei sollen nach ersten Erkenntnissen der Polizei private Meinungsverschiedenheiten der Auslöser gewesen sein. Die Tochter der einen Familie sei eine Beziehung mit dem Sohn der anderen Familie eingegangen.

Das missfällt offensichtlich einigen Familienmitgliedern, die ihre Fehde auf die Straße trugen und damit den Anwohnern in Essen-Horst am Mittwoch nicht nur einen unruhigen Abend, sondern auch einen gehörigen Schrecken einjagten. Gerüchte machen die Runde, ein Mann habe mit einem Messer auf einen anderen Mann eingestochen und der sei jetzt tot. Mit einer Einsatzhundertschaft griffen die Beamten ein.

Einsatzhundertschaft der Polizei verhindert Schlimmeres

Die Polizei, die um 19.33 Uhr von besorgten Bürgern alarmiert wurde, gibt Entwarnung. "Tatsächlich gibt es zwei leicht verletzte Personen, aber keinen Toten und auch keine Stichverletzungen", so ein Sprecher. Bei den Verletzten handelt es sich um einen 20-Jährigen und seinen 48 Jahre alten Vater. Die Blessuren seien vielmehr ein Resultat einer Schlägerei.

Dennoch: wäre die Polizei nicht gleich mit einer Einsatzhundertschaft ausgerückt, die Situation wäre wohl eskaliert, so ein Beamter. Acht Personen, die die Polizei am Abend als Hauptaggressoren ausgemacht hat, gelang dennoch die Flucht. Nach ihnen wird jetzt gefahndet. Festnahmen gab es Abend zunächst keine. Zeugen berichteten, dass die Männer in einem dunklen Auto mit Duisburger Kennzeichen geflohen seien.

Die Essener Polizei ermittelt zusammen mit den Kollegen in Duisburg wegegn gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung und Erpressung. "In welche Richtung sich das Ganze entwickelt, ist noch unklar", sagte Polizeisprecher Peter Elke am Donnerstagvormittag.

Gewaltausbruch in Duisburg-Hamborn am Vortag

Bereits am Montagabend waren in Duisburg-Hamborn 15 Personen aneinander geraten. Die Polizei berichtete von Reizgas, Baseballschlägern, Messern und von einem Stich in den Po. Am Dienstag konnten die Beamten Schlimmeres verhindern, als sich am Hamborner Altmarkt erneut dutzende gewaltbereite Männer gegenüberstanden, teilweise bewaffnet mit Schlagstöcken und mindestens einer Machete. (mit mas)

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