Nahverkehr

Evag bleibt Großreparatur der U-Bahnen in Essen erspart

Die Essener U-Bahnen der Reihe B-80 müssen nicht zur Reparatur.

Die Essener U-Bahnen der Reihe B-80 müssen nicht zur Reparatur.

Foto: Kerstin Kokoska

Essen.   Essen muss seine U-Bahnen nicht reparieren. In Düsseldorf müssen dagegen 91 Züge in die Werkstatt. An mehreren Bahnen wurden Risse entdeckt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Der Essener Verkehrs-AG bleibt eine Großreparatur ihrer U-Bahn-Flotte erspart. Ein Experten-Team der Evag inspizierte in Düsseldorf die Rahmenrisse an beschädigten U-Bahnen der Rheinbahn. Es handelt sich dabei um die Baureihe B-80, von der auch die Evag 24 Bahnen hat. Die Inspekteure konnten endgültig Entwarnung geben. „Unsere Fahrzeuge haben einen anderen Aufbau“, sagt Evag-Sprecherin Sylvia Neumann.

Bei der Düsseldorfer Rheinbahn wurden vor wenigen Monaten an 28 U-Bahn-Zügen Risse an den Schweißnähten der Längsträger festgestellt, so dass sie aus dem Verkehr gezogen werden mussten. Insgesamt muss die Rheinbahn 91 U-Bahnen auf eigene Kosten reparieren.

Essener Techniker fuhren nach Düsseldorf

Als die Evag von den Ausfällen in Düsseldorf erfuhr, kontrollierte sie hier die U-Bahnen, die gerade wegen anstehender Wartungsarbeiten in der Werkstatt waren, fand aber nichts Auffälliges. Gewissheit bekamen die Techniker erst in der Landeshauptstadt. Dort stellte die Evag fest, dass die Düsseldorfer B-80-Bahnen andere Träger als die Essener Züge haben. Die Evag fährt mit Stahl-Wagen. Die Düsseldorfer wählten das Nachfolgermodell aus Aluminium. Und nur an den Alu-Wagen sind Risse aufgetreten.

In Essen hätte sich bei einer größeren Sanierung die Frage gestellt, ob sich der Aufwand überhaupt lohnt. Denn die gesamte Essener U-Bahn-Flotte ( 24 B-80-Züge und 21 Londoner Dockland-Züge) muss wegen des hohen Alters von teils über 40 Jahren auf absehbare Zeit komplett ausgetauscht werden. Das Problem ist nur, dass die Evag bei einem Vorfall wie in Düsseldorf keine andere Wahl hätte und selbst ihre ältesten Züge reparieren müsste, falls dies erforderlich wäre. Weil sie anders keinen Ersatz für die Linien U11, U17 und U18 bekommen würde.

Neue U-Bahnen kommen erst in acht Jahren

Die Evag verfügt über fast keine Ersatzzüge mehr. Und erst im nächsten Jahr beginnt das Verkehrsunternehmen, ein Anforderungsprofil für seine neuen U-Bahnen zu erstellen und wird damit dann zu einem späteren Zeitraum in die Ausschreibung gehen. Bis zur Produktion und Abnahme vergehen dann aber noch mehrere Jahre.

Frühestens 2025 können die ersten neuen U-Bahnen im Essener Schienennetz fahren. So lange müssen die alten Züge noch halten. Für die Investition in die neue Flotte in dreistelliger Millionenhöhe will die Evag einen Kredit aufnehmen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (4) Kommentar schreiben