Asylstreit

Essens Generalvikar sieht in der CSU Rechtspopulismus am Werk

„Linkskatholik“? Essens Generalvikar Klaus Pfeffer hat sich auf die CSU eingeschossen.

„Linkskatholik“? Essens Generalvikar Klaus Pfeffer hat sich auf die CSU eingeschossen.

Foto: Knut Vahlensieck

Essen.   Essens Generalvikar Pfeffer hat einen Frontalangriff gegen die CSU gestartet. Katholisches Internetportal nennt ihn daraufhin „Linkskatholik“.

Klar positioniert in der Flüchtlingsfrage hat sich die Führung des Bistums Essen in den letzten Jahren schon mehrfach – zugunsten einer weitgehenden Aufnahmebereitschaft und damit zur Politik der Bundeskanzlerin. Nicht zufällig hat Generalvikar Klaus Pfeffer daher wohl jüngst im Netzwerk Facebook einen Frontalangriff gegen die CSU gestartet, der nun allerdings innerkirchlich Gegenwind ausgelöst hat.

Pfeffer hatte anlässlich eines Interviews im ZDF mit dem bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder erklärt, Stil und Tonfall der CSU-Führungskräfte seien „erschreckend“. Pfeffer wörtlich: „In teilweise brachialer Sprache (,Asyltourismus’) wird der sich ausbreitende Rechtspopulismus nicht nur verbal bedient – die CSU ist längst dabei, eine rechtspopulistische Partei zu werden.“ Besonnenheit und Bemühen um differenziertes Denken und Sprechen würden „durch einfache Thesen und subtil aggressive Töne nach dem Muster ,Germany First’ (oder genauer: ,Bavaria first’) bedient“, so Pfeffer.

Katholisches Internetportals attackiert Essener Generalvikar

Das in München beheimatete katholische Internetportal kath.net bezeichnete den Essener Generalvikar daraufhin als „Linkskatholiken“, der zum Angriff auf die CSU blase, obwohl diese laut Umfragen in der Asylfrage eine große Mehrheit der Bürger hinter sich habe. Klaus Pfeffer unterstelle der CSU ausweislich seiner Ausdrucksweise „Nationalismus und Rassismus“ – dies nur, weil bayrische Politiker „die Zuwanderung einschränken und unter anderem Personen, die einen negativen Asylbescheid erhalten haben, die Einreise verweigern möchten“. Für Kath.net ist das offenbar kein Grund für derart harte Attacken.

Die Einsortierung „Linkskatholik“ möchte aber wiederum der Sprecher des Bistums Essen, Ulrich Lota, für seinen Chef Klaus Pfeffer so nicht stehenlassen. Dies gelte umso mehr, da das Portal kath.net die im innerkirchlichen Meinungskampf ebenfalls vorkommende Bezeichnung „Rechtskatholik“ bei anderer Gelegenheit als „Kampfbegriff“ und „Diffamierung“ zurückwies. (F.S.)

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