Fast fünf Meter ragen die Container in die Höhe, jeder mit Wasser gefüllt und knapp 25 Tonnen schwer. Im schlimmsten Fall sollen sie die Wucht einer Bombenexplosion mitten auf dem Gelände der Universitätsklinik bremsen. Hier könnte unter einem Gebäude ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg liegen. Die Klinik hat sich mit Notfallplänen auf die Verlegung Hunderter Patienten eingestellt.

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Unter dem medizinischen Zentrum, direkt an der Grenze zur Baustelle der Kinderklinik, könnte auch nur eine alte Badewanne liegen, eine Tonne, „vielleicht nur eine Schubkarre“, sagt Prof. Clemens Kill. Der Direktor der Notfallmedizin hofft, dass all die Arbeit der vergangenen Wochen unnötig war. Gemeinsam mit Prof. Marcel Dudda, Leiter der Unfallchirurgie, koordinierte Kill die Planungen für eine mögliche Evakuierung, sollte sich der Blindgängerverdachtspunkt bestätigen, der bei der Auswertung von Luftaufnahmen aufkam. Mehr als ein Dutzend Probebohrungen wurden schon durchgeführt, bisher ohne Ergebnis. „Wir können nur abwarten, dass weiter gesucht wird – und vielleicht etwas gefunden“, sagt Kill. „Wir sind startklar und können reagieren.“

Klinik könnte für kurze Zeit keine Notfälle aufnehmen

Kurz nach der Veröffentlichung des Verdachtspunkts vor einigen Wochen habe man an der Uniklinik mit der Planung begonnen. „Da sind ganz viele Bereiche, Fachabteilungen und Berufsgruppen involviert“, erklärt Dudda. „Wir wollen das Risiko für die Patienten und Mitarbeiter gen Null minimieren, deshalb sind wir auf verschiedene Varianten vorbereitet.“ Aber auch in der kleinsten Variante, die bei einem Blindgänger mit fünf Zentnern greifen würde, wäre das medizinische Zentrum von einer Evakuierung betroffen – einschließlich der dortigen Intensivstation.

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Um den Krankenhausbetrieb an einem Werktag nicht zu stören, hat sich die Uniklinik an die Bezirksregierung gewandt und darum gebeten, eine mögliche Entschärfung an einem Wochenende durchzuführen. Die Intensivpatienten könnten dann aus dem medizinischen in das operative Zentrum verlegt werden, wo an Wochentagen Vollbetrieb herrscht. „Montags bis freitags haben wir über Monate geplante Behandlungen und Therapien, die lebenswichtig sein können“, sagt Kill. An einem Wochenende biete sich hingegen auch die Möglichkeit, Patienten vorübergehend zu entlassen. „Bislang haben wir positive Signale von der Bezirksregierung bekommen, dass unsere Argumente sicherlich gehört werden“, erklärt Dudda, nun hoffe man auf Informationen zum weiteren Vorgehen.

Sollte es zu einer Evakuierung kommen, werden die Mitarbeiter des Klinikums auch von Kräften der Feuerwehr unterstützt. „Da kann man von einem Helfereinsatz im dreistelligen Bereich ausgehen“, sagt Kill. Während der Entschärfung wäre das Uniklinikum auch für Notfälle nicht anfahrbar. „Aber das wäre nur ein kurzer Moment.“

>>> Warten auf Ergebnisse der Kampfmittelbeseitiger

Das Universitätsklinikum hat Evakuierungspläne vorbereitet, um auf den Fund von Fünf- und Zehn-Zentner-Bomben reagieren zu können.

Die Sondierungsarbeiten durch Kampfmittelbeseitiger haben noch keine Ergebnisse geliefert, der Verdachtspunkt wird weiter eingegrenzt.