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Essener Rat verweigert AfD-Abgeordnetem die Willkommensgeste

Einer steht, alle anderen bleiben sitzen: So sah der Versuch der im Rat vertretenen Parteien aus, gegen den neuen Rats-„Kollegen“ Stefan Keuter und seine unappetitlichen rechtsextremen Ausfälle zu protestieren.

Einer steht, alle anderen bleiben sitzen: So sah der Versuch der im Rat vertretenen Parteien aus, gegen den neuen Rats-„Kollegen“ Stefan Keuter und seine unappetitlichen rechtsextremen Ausfälle zu protestieren.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen.  Auf der Zielgeraden der Ratsperiode rückt der AfD-Bundestagsabgeordnete Stefan Keuter ins Stadtparlament nach – unter dem Protest der „Kollegen“.

Was tun? Aus dem Saal gehen? Pfeifen? Sich am Sitzplatz demonstrativ umdrehen, wenn der OB die Verpflichtungsformel spricht? Auf der Suche nach einem Mindestmaß an Höflichkeit und einem Maximum an Missbilligung entschied sich der Rat der Stadt am Mittwoch durch die Bank, kurzerhand sitzenzubleiben, während der neue Rats-„Kollege“ der AfD, Stefan Keuter in das Gremium eingeführt wird.

Der 48-jährige Essener Bundestagsabgeordnete der „Alternative für Deutschland“ war in der Vergangenheit mehrfach mit politisch ebenso grenzwertigen wie unappetitlichen Einlassungen aufgefallen, hatte unter anderem Nazi-Bildchen per WhatsApp verschickt, in einer Gedenkstätte umstrittene Äußerungen getätigt und etwa die Geldforderung eines Geschäftspartners so lange nicht beglichen, bis ein Haftbefehl gegen ihn vorlag.

In den Rat zieht Keuter nun ein, weil er als Nachrücker den weggezogenen Ex-AfDler Jochen Backes ersetzt. Keuters Parteikollege Guido Reil blieb der Ratssitzung in der Grugahalle am Mittwoch fern, die Bildung einer Ratsgruppe ist mit Blick auf nur noch wenige Wochen Ratsperiode dem Vernehmen nach kein Thema.

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