Klimaschutzpreis

Essener Projekt beweist: Möbel können sozial und öko sein

Design-Möbel im Hostel der Diakonie: Alle Stücke wurden von Langzeitarbeitslosen aus Sperrmüll und Reststoffen hergestellt.

Design-Möbel im Hostel der Diakonie: Alle Stücke wurden von Langzeitarbeitslosen aus Sperrmüll und Reststoffen hergestellt.

Foto: André Hirtz

Essen.   Essener Klimaschutzpreis: Neue Arbeit der Diakonie gewinnt Auszeichnung für Werkstatt-Projekt. Arbeitslose bauen aus Sperrmüll neue Design-Möbel.

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Ein Werkstatt-Projekt der „Neuen Arbeit“, der Beschäftigungsgesellschaft der Diakonie, hat die Haupt-Auszeichnung beim „Essener Innogy Klimaschutzpreis“ erhalten. Seit diesem Sommer betreibt die Diakonie ein Hostel, die komplett ausgestattet sind mit Möbeln, die von Langzeitarbeitslosen aus Rest-Stoffen gefertigt wurden. Die Design-Stücke sollen dauerhaft unter dem Markennamen „Kronenkreuz“ auch verkauft werden, kündigte Michael Stelzner an, Geschäftsführer der Diakonie-Beschäftigungsgesellschaft. Weitere Preise gingen an das Altenessener Leibniz-Gymnasium, das seit dem Frühjahr einen Schulgarten betreibt, sowie den Radclub ADFC, der mittlerweile acht Lasten-Räder im Stadtgebiet an Bürger verleiht.

„Kronenkreuz“-Designmöbel: Soziales und Ökologisches

Der „Essener Innogy Klimaschutzpreis“, dotiert mit insgesamt 5000 Euro, wurde zum siebten Mal vergeben. „Wir müssen weiter deutlich machen, dass es viele gute Beispiele von jungen und alten Bürgern gibt, wie Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Alltag gelebt werden können“, betonte Oberbürgermeister Thomas Kufen bei der Preisverleihung am Dienstag in der Zentrale des Innogy-Konzerns am Opernplatz.

Besonders angetan war die Jury vom Konzept der Neuen Arbeit der Diakonie, Soziales mit Umweltgedanken zu verbinden: „Sperrmüll und trendiger Konsum sind kein Widerspruch“, lobten die Preisrichter. „Der Gedanke ist, dass Langzeitarbeitslose Design-Stücke fertigen aus dem, was andere wegwerfen – angeleitet von Handwerkern, Designern und Pädagogen“, berichtet Michael Stelzner, Geschäftsführer der Neuen Arbeit. „Unter der Label ,Kronenkreuz’ soll das alles langfristig professionell vermarktet werden.“

Diakonie-Hostel in Altendorf spricht Radtouristen an

Das im Sommer 2018 eröffnete Hostel am Niederfeldsee (acht Zimmer, zwölf Betten, Doppelzimmer ab 35 Euro) diene sozusagen als Ausstellungsraum: „Es sind oft Gäste da, auch wenn noch nicht alle Zimmer fertig mit unseren Designer-Möbeln eingerichtet sind“, sagt Stelzner. Bisher könne man die Zimmer nur über die Internet-Seite der Neuen Arbeit buchen; auch das solle sich noch ändern. Angesprochen seien in erster Linie Rad-Touristen wegen der Nähe zum Niederfeldsee und damit zur Trasse RS1.

Den zweiten Preis holte das Altenessener Leibniz-Gymnasium: Dort gibt es seit dem Frühjahr einen Schulgarten, in dem Kinder und Jugendliche Gemüse selbst anbauen. „Das wird auch in der Schulmensa verwertet, so haben alle etwas davon“, berichtete eine Schülerin bei der Preisverleihung. Bei der Einrichtung des Schulgartens hatten örtliche Baumärkte und ein Baustoffhändler mit Sachspenden geholfen.

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