Gemeinschftsgärten

Essener Osten soll ersten Gemeinschaftsgarten erhalten

In der Steeler Grünanlage Neuholland soll der erste öffentliche Gemeinschaftsgarten im Essener Osten entstehen.

Foto: Stefan Arend

In der Steeler Grünanlage Neuholland soll der erste öffentliche Gemeinschaftsgarten im Essener Osten entstehen. Foto: Stefan Arend

Essen-Steele.   Das Projektbüro Grüne Hauptstadt schlägt Steeler Grünanlage Neuholland als Standort für Gemüsegarten vor. Politiker wollen Verantwortung klären.

Noch wächst kein Gemüse in der Grünanlage Neuholland. Geht es aber nach dem Projektbüro Grüne Hauptstadt, sollen Bürger dort bald Möhren, Tomaten und Kürbisse anbauen. Denn auf der Fläche in Steele könnte ein Gemeinschaftsgarten entstehen. Das sind die aktuellen Pläne des Büros, die nun zunächst der zuständigen Bezirksvertretung für Steele, Kray, Leithe, Freisenbruch und Horst in ihrer Sitzung am 9. Mai zur Kenntnisnahme vorgestellt werden.

Das Prinzip: Bürger säen, pflegen und ernten im Gemeinschaftsgarten. Die Grüne Hauptstadt möchte diese öffentlich zugänglichen Gärten nun in den Fokus rücken und fördern. Neben der Gemüseernte sollen die Gärten kleine „Draußen-Stadtteile“ werden, in denen sich Menschen mit unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen treffen.

Erster Gemeinschaftsgarten entstand im Spiepental

Erstmals umgesetzt wurde die Idee bereits vor vier Jahren im Siepental, inzwischen gibt es zwölf Gärten im Stadtgebiet. Im Essener Osten wäre die Grünanlage Neuholland die erste, in der Hobbygärtner gemeinsam anpacken. Weitere Flächen sollen folgen. Diese sollen 200 bis 500 qm groß sein. Auch Bürger können Standorte vorschlagen. Aktuell sind potenzielle Gärten vor allem städtische Brachflächen.

Bezirksvertreter sehen das Vorhaben grundsätzlich positiv, begrüßen gleichzeitig den Plan, zunächst mit einem Garten in ihrem Bezirk zu starten. „Für den Stadtteil ist die Idee zu begrüßen, die auch das Gemeinschaftsgefühl stärken kann“, sagt Frank Stienecker (CDU), der stellvertretende Bezirksbürgermeister. Gleichwohl wolle er nun die Konzepte abwarten und seine Bedenken wegen der Kontrolle der Grünfläche anbringen. „Wie verhindern wir in dem Garten Vandalismus und auch, dass dieser als Treffpunkt von anderen Gruppen missbraucht wird“, will Stienecker wissen. „Wir sollten es ausprobieren und wenn es gut läuft, sind Gemeinschaftsgärten auch in anderen Ecken unseres Bezirks denkbar“, sagt er.

„Wir müssen Frage klären, wer den Hut aufhaben wird“

Dem schließt sich Bezirksvertreterin Michaela Heuser (SPD) an. Wenn es aber nicht gut angenommen wird oder der Garten gar verwahrlost, „dürfen wir uns nicht scheuen, das Projekt wieder auf den Prüfstand zu stellen“, sagt die Vorsitzende der SPD Oststadt. Der Grundidee steht auch sie positiv gegenüber und möchte dem Hobbygarten eine Chance geben. „Wir müssen aber vorab die Frage klären, wer den Hut aufhaben wird und wer sich um die Fläche kümmert“, stellt sie fest.

„Gibt es keine Initiative von mindestens vier bis fünf Menschen aus dem nahen Umfeld der Fläche, kann auch kein Garten entstehen“, heißt es dazu aus dem Projektbüro. Bisher habe Grün und Gruga es so gehandhabt, dass die Nutzer jedes Jahr eine Erklärung unterschreiben und damit auch für den Zustand verantwortlich sind. Weitere Fragen der Politiker sollen in der kommenden Sitzung geklärt werden. Sollte sich der Standort Neuholland realisieren lassen, sollen die Bezirksvertreter im nächsten Schritt über das Projekt entscheiden und können dann grünes Licht für den Gemüsegarten geben.

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