Informationstechnologie

Essener Nixdorf-Kolleg macht Schüler fit für Online-Handel

Mit digital gesteuerten Apparaten können Schüler jetzt lernen, wie Online-Handel tatsächlich abläuft.

Mit digital gesteuerten Apparaten können Schüler jetzt lernen, wie Online-Handel tatsächlich abläuft.

Foto: Arend

Essen.   Am Essener Nixdorf-Berufskolleg können Schüler jetzt an einer Anlage lernen, wie Online-Handel technisch funktioniert.

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Was Bonbons mit Digitalisierung zu tun haben? Eine ganze Menge. Es geht um nicht weniger als komplette Industriezweige und entsprechende Jobs. Am Heinz-Nixdorf-Berufskolleg in Frohnhausen können Schüler jetzt lernen, einen elektronischen Apparat zu bauen, der möglich machen könnte, dass Kunden online individuelle Bonbon-Sortimente zusammenstellen und sie perfekt sortiert nach Hause geschickt bekämen.

Diese Anlage, bestehend aus Chips, Robotern, einem 3D-Drucker und jeder Menge Software, finanziert der Essener Software-Entwickler GFOS – es geht um 10 000 Euro per anno, drei Jahre lang. Es profitieren die Schüler des Bildungsgangs „Informationstechnischer Assistent“.

Industrie 4.0 wird für Essener Schüler konkret

„Mit solchen Projekten machen wir die Digitalisierung konkret, denn das Thema ,Industrie 4.0’ ist in aller Munde“, sagt Schulleiter Jörg Gleißner.

Der Bildungsgang, drei Klassen stark pro Jahrgang, ist sozusagen ein Klassiker an dem Berufskolleg, das einen Schwerpunkt bei informationstechnologischen Berufen hat. Die Schüler haben am Ende ein Fachabi – und gelten als Experten auf einem wachsenden Markt.

Junge Menschen fit für neue Berufsbilder machen

„Wir haben sehr gute Erfahrung mit Absolventen des Nixdorf-Berufskollegs“, sagt Burkhard Röhrig, der Geschäftsführer der GFOS. „Durch die Digitalisierung entstehen neue Arbeitsplätze, ob uns das gefällt oder nicht.“ Für entsprechend qualifizierten Nachwuchs zu sorgen, liege also auch im eigenen Interesse der Firma. Röhrig: „Wir wollen jungen Menschen helfen, sich in diesen neuen Berufsbildern zurechtzufinden.“

Entsprechend unterstützt GFOS alle Essener Schulen, die das renommierte Signet „Mint EC“ tragen – in Essen sind das neben dem Nixdorf-Kolleg die Gymnasien Helmholtz und Maria Wächtler. Die Schulen haben in Sachen Naturwissenschaften und Technik einen entsprechenden Schwerpunkt.

Gigantische Umwälzungen in der Industrie

Mit solchen konkreten, technischen Projekten wie dem Bonbon-Abfüll-Anlage werde „realitätsnaher und motivierender Unterricht möglich“, sagt Stephan Böcker, Lehrer am Nixdorf-Berufskolleg.

Wer versteht, wie aufwändig allein eine solche Pilot-Anlage funktioniert, dem wird schlagartig klar, welche gigantischen Umwälzungen sich derzeit in der echten Industrie vollziehen – Stichwort Online-Handel: Vom digitalen Empfang des Kundenwunsches über das echte Bonbon-Glas mit der richtigen Mischung ist es ein weiter Weg, der über so genannte RFID-Chips führt. Sie speichern die Daten, kommen auf jede Dose und sagen am Ende einem Roboter-Arm, welche Bonbons er greifen muss – alles gesteuert über USB-Technologie.

OB Kufen kommt zum Start des Projekts

Zum offiziellen Start des Projekts kam übrigens auch Oberbürgermeister Thomas Kufen, der sich „besonders beeindruckt“ davon zeigte, dass die GFOS ihr Jubiläum begeht, indem sie Schulen Geld spendet: „Das ist eine Investition in die Zukunft.“ Dass Schulen mit Firmen kooperieren, sei leider noch kein Alltag „und begegnet uns noch viel zu selten.“

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