Kanu

Essener ist sechs Tage im Kanu auf dem Rhein unterwegs

Mehr als 20 Stunden am Tag hat der Steelenser Thorsten Bartzok gepaddelt und den Rhein in seinem Kajak in neuer Rekordzeit befahren.

Mehr als 20 Stunden am Tag hat der Steelenser Thorsten Bartzok gepaddelt und den Rhein in seinem Kajak in neuer Rekordzeit befahren.

Foto: Knut Vahlensieck

Essen.   Thorsten Bartzok aus Essen-Steele ist den Fluss von seinem Ursprung in der Schweiz bis zur Mündung in Holland entlang gepaddelt. In Rekordzeit.

Zwei Jahre lang hat sich Thorsten Bartzok vorbereitet, jeden Tag mehrere Stunden. Joggen, Radfahren, Krafttraining stand auf seinem Trainingsplan – und natürlich: Paddeln. Schließlich wollte er einen Weltrekord knacken, nämlich in neuer Rekordzeit mit dem Kanu den gesamten Rhein zu befahren.

1161 Kilometer sind das vom Ursprungsort des Flusses in Chur in der Schweiz bis zur Mündung in die Nordsee in Hoek Van Holland. So lang wie eine Autofahrt von Essen nach München und wieder zurück. „Eigentlich war der Rekord nicht zu brechen. Bei meinem Konkurrenten war 2013 Hochwasser auf dem Rhein. Die starke Strömung kam seinem Ergebnis natürlich zugute. Die hatte ich nicht“, erzählt der 30-Jährige. Trotzdem war Anfang August schneller.

Sechs Tagen, elf Stunden und 26 Minuten

In sechs Tagen, elf Stunden und 26 Minuten paddelte der 30-Jährige den Rhein hinunter und war eine Stunde und 27 Minuten schneller als sein Vorgänger. Motiviert hat sich Bartzok mit dem Gedanken „Ich knack’ den Rekord einfach!“ Seine Eltern hätten ihn für verrückt erklärt, als er ihnen von dem Plan erzählte. Seine Kanu-Fahrt haben sie sich nicht entgehen lassen und begleiteten ihn. „Sie sind den Rhein zeitgleich mit dem Wohnwagen entlanggefahren“, erzählt Bartzok.

Mehr als 20 Stunden am Tag paddelte er, was das Zeug hielt und war danach froh, sich in den elterlichen Wohnwagen zurückzuziehen. Auch wenn die Erholungspausen kurz waren: „Ich habe jede Nacht nur zwei, drei Stunden geschlafen. Dann ging es wieder aufs Wasser“, so der Steelenser. Um Zeit zu sparen, habe er nur flüssige Kost auf dem Kajak zu sich genommen, sogenannte Astronauten-Nahrung. Pausen machte er nur für den Gang zur Toilette. Nach den sechs anstrengenden Tagen sei er extrem stolz auf sich gewesen. „Auch wenn ich aus meinem Boot kriechen musste und dann drei Tage durchgeschlafen habe“, sagt Thorsten Bartzok und lacht.

Vorbereitung ohne Trainer

Einen Trainer hatte er nicht dabei. „Ich bin mein eigener Trainer“, erzählt der 30-Jährige. Schon seit 17 Jahren sei er dem Kanu-Rennsport verfallen. Zwischenzeitlich habe er zusätzlich Kanu-Slalom und Wildwasser-Rennsport ausprobiert. Auf dem Wasser kennt er sich daher bestens aus. Bei der Planung der Rhein-Fahrt kam ihm außerdem sein Studium in Sportwissenschaften zugute.

Auch wenn der Sportler eine Woche nach der Tour immer noch über Muskelkater klagte und sein Weltrekord für das Guinness-Buch nicht zählt, weil es Fluss-Rekorde nicht anerkennt: Die Rhein-Fahrt bleibt eines seiner schönsten und intensivsten Erlebnisse. Bald will er weitere Fluss-Rekorde aufstellen. „Aber im Moment bin ich erstmal froh, mich ein bisschen zu erholen. Die zwei Jahre Vorbereitungszeit waren hart. Da bestand mein Alltag aus schlafen, arbeiten, trainieren und wieder schlafen.“

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