Wochenmarkt

Essener Händler werben für Wochenmärkte mit Herz

Fühlen sich wohl auf dem Borbecker Markt: (von li.) Markt-Obmann Ernst Schmidl, Stefan Hülsmann (EVB), die Stammkunden Stefanie Vorst mit Mariano und Mutter Susanne Vorst sowie Markthändler Oliver Schürmann.

Foto: Socrates Tassos

Fühlen sich wohl auf dem Borbecker Markt: (von li.) Markt-Obmann Ernst Schmidl, Stefan Hülsmann (EVB), die Stammkunden Stefanie Vorst mit Mariano und Mutter Susanne Vorst sowie Markthändler Oliver Schürmann. Foto: Socrates Tassos

Essen.   „Erlebe deinen Wochenmarkt“ – so heißt eine bundesweite Imagekampagne, die am Dienstag auf dem beliebten Borbecker Wochenmarkt gestartet wurde.

Der Borbecker Wochenmarkt gilt als einer der vitalsten und attraktivsten der Stadt. Der ideale Ort, um hier am Europatag 9. Mai die bundes- und europaweite Imagekampagne „Erlebe deinen Wochenmarkt“ zu starten. In Deutschland machen inzwischen 180 Wochenmärkte bei dieser Aktion mit – und Essen steht in der ersten Reihe.

Wochenmärkte locken nicht nur mit erntefrischen Lebensmitteln, sie verbreiten auch noch viel Charme und sind obendrein kommunikativ. Trotzdem wird es für die Markthändler immer schwieriger, sich gegen die ständig wachsende Konkurrenz von Discountern und Supermärkten zu behaupten.

Oliver Schürmann aus Xanten kommt mit seinem Obst- und Gemüsestand schon seit 45 Jahren gerne nach Borbeck. „Der Markt liegt sehr zentral und ist immer noch gut besucht.“ Zweimal in der Woche, dienstags und freitags, schlagen die Händler ihre Stände direkt am Borbecker Bahnhof auf.

Obmann: „Die Borbecker wollen unterhalten werden“

Ernst Schmidls Sortiment ist sehr übersichtlich, aber für jede Hausfrau unverzichtbar: Kartoffeln – Eier – Zwiebeln. Auch der Obmann des Borbecker Marktes betont die soziale Komponente. „Die Borbecker wollen unterhalten werden, für so manchen Kunden muss man sich deshalb etwas mehr Zeit nehmen.“

Susanne Vorst ist eine Stammkundin wie aus dem Bilderbuch. „Die Atmosphäre hier ist viel schöner als beim Discounter“, sagt die Borbeckerin, die sich heute mit Tochter Stefanie und Enkel Mariano die Angebote der Händler anschaut. Ein Abstecher zum Fischstand gehört zum Standardprogramm. „Fisch im Brötchen – einfach lecker“, sagt Susanne Vorst, die früher selbst Lederwaren auf Wochenmärkten verkauft hat. „Für bessere Qualität und Frische bin ich gerne bereit, mehr Geld auszugeben“, sagt sie. Und fügt hinzu: „Ich unterstütze die Händler gerne.“

Fähnchen, Luftballons und Girlanden mit Herz

Lehrlinge des Essener Frischezentrums haben Dienstagmorgen Tragetaschen mit Werbematerial an die Händler verteilt: Fähnchen, Luftballons und Girlanden mit dem „Herz“-Logo der Wochenmarkt-Kampagne. Diese hat ihren Ursprung auf der britischen Insel und heißt dort „Love your local market“.

„Das Geschäft auf dem Wochenmarkt ist heute nicht einfach“, urteilt Textilhändler Peter Eulenbach, ein gebürtiger Frohnhausener, der seit bald 35 Jahren nach Borbeck kommt und auf dem Platz mit dem Brunnen quasi zum Inventar gehört. „Ich komme zurecht“, sagt er über sein Geschäft. Aber auch für den 54-Jährigen geht es auf klassischen Wochenmärkten wie in Borbeck um mehr, als nur Waren feilzubieten und Kunden die Jutebeutel vollzustopfen. „Wochenmärkte sind Teil einer alten Kultur und als soziale Treffpunkte unverzichtbar.“

Stefan Hülsmann leitet bei der Stadttochter EVB (Essener Verwertungs- und Betriebs GmbH) die Abteilung Wochenmärkte. 26 gibt es zwischen Karnap und Kettwig. Neu hinzugekommen ist vor kurzem der Feierabendmarkt auf dem Weberplatz (Motto: „Genießen – Treffen – Verweilen“), der jeden Donnerstag von 16 bis 20 Uhr geöffnet hat und neben dem klassischen Frischesortiment auch zum gemütlichen Verzehr an Ort und Stelle einlädt. „Nach den kühlen und mitunter verregneten Tagen im April hoffen wir jetzt auf ein typisches Feierabendmarkt-Wetter“, sagt Hülsmann.

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