Clubs United

Essener Clubs planen gemeinsame Soli-Veranstaltung am Delta

Berliner DJs: "Wir sind ein enormer Wirtschaftsfaktor"

Während in der Corona-Krise eine Branche nach der anderen langsam wieder hochfährt, sieht es für den Veranstaltungssektor weiter düster aus. Weil Clubs auf absehbare Zeit nicht öffnen können, sind DJs und all jene, die im Umfeld der Clubs tätig sind, größtenteils arbeitlos. Der Verband Booking United vertritt ihre Interessen.

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Essen.  Unter der Ägide des Rockfördervereins haben sich die „Clubs United“ gegründet, darunter das Turock, Hotel Shanghai und Delta. Die Lage ist ernst.

Anfang Mai kam es im Essener Rathaus zu einem ungewöhnlichen Treffen: Die Betreiber der bekanntesten Clubs der Stadt – darunter etwa das Turock, der Delta-Musikpark und das Hotel Shanghai – kamen mit der gesamten Verwaltungsspitze zusammen, allen voran Oberbürgermeister Thomas Kufen.

Unter anderem wurde im Frühjahr der Weg für eine unbürokratische Bespielung des Viehofer Platzes geebnet. Seither können die umliegenden Bars und Clubs wie das Nord, das Turock und das Don’t Panic immerhin einen Biergarten anbieten, organisieren unter stengen Corona-Auflagen erste Konzerte. „Das kompensiert aber natürlich keinesfalls die komplett weggefallenen Einnahmen, die gerade bei den größeren Clubs hohen weiter laufenden Kosten gegenüberstehen“, sagt Marcus Kalbitzer.

„Die gesamte Branche hat weder Lobby noch Perspektive“

Er gehört zum Vorstand des Rockfördervereins, der vor allem als Veranstalter des Pfingst-Open-Air in Werden bekannt ist. Oberstes Ziel aber ist die Bewahrung der Essener Pop- und Rockszene – deren wesentlicher Bestandteil natürlich die vielfältige Clublandschaft ist. Deren Betreiber bringe die Coronakrise zunehmend in Bedrängnis. „Die gesamte Branche hat keine Lobby“, bringt es Kalbitzer auf den Punkt, „es gibt einfach überhaupt keine Perspektive.“

Unter der Ägide des Rockfördervereins hat sich nun die Initiative „Clubs United Essen“ gegründet: mit dabei sind unter anderem das Turock, der Delta Musikpark, der Goethebunker, die Musikpalette und das Hotel Shanghai. Für den Zusammenschluss sei der Grundstein ebenfalls beim Treffen Anfang Mai gelegt worden, sagt Kalbitzer. Zum ersten Mal sichtbar werden die „Clubs United“ am Samstag, 12. September. Dann bespielen die Clubbetreiber gemeinsam das Außengelände des Delta-Musikparks.

„Wir senden ein Signal für den Erhalt der kulturellen Vielfalt in unserer Stadt!“, heißt es dazu in der Einladung des Rockfördervereins. Zwischen 15 und 23 Uhr legen auf dem Open-Air-Gelände DJs aus dem Goethebunker, Hotel Shanghai, Turock, Musik Palette, Delta Essen und der Elektronischen Wiese des Pfingst-Open-Air auf. Ebenso breit wie die musikalische Bandbreite der Clubs ist also auch das Programm.

Anzahl der Tickets ist auf 250 begrenzt, getanzt wird nur in Zehner-Gruppen

Die Coronaschutz-Verordnung soll dabei „vollumfänglich“ umgesetzt werden: So ist die Anzahl der Tickets auf 250 begrenzt. Wer beim „Get Together“ dabei sein will, kann mit maximal zehn Personen gemeinsam eigene Parzellen belegen: dabei können die Gäste auf Wiesen- oder Sandflächen in Liegestühlen, Loungemöbeln oder an Bierzeltgarnituren sitzen. In den abgegrenzten Bereichen ist das Tanzen erlaubt. Die Tickets kosten im Vorverkauf zehn Euro (zzgl. Gebühren).

„Anlass dieser Veranstaltung ist, dass die freien Konzertstätten, Clubs und Diskotheken in Essen seit sechs Monaten geschlossen sind. Wir als Rockförderverein und jeder in der Veranstaltungsbranche stehen hinter dieser richtigen Entscheidung, denn sie ist eine unverzichtbare Sicherheitsmaßnahme für die Gesundheit“, heißt es in der Einladung. Gleichzeitig seien immer mehr Betrieben durch das „faktische Berufsverbot“ von der Insolvenz bedroht. „Sie waren die Ersten, die schließen mussten und werden vermutlich die Letzten sein, die wiederöffnen dürfen“, sagt Marcus Kalbitzer.

Rockförderverein fürchtet Zerstörung der „Infrastruktur im freien kulturellen Bereich“

Es drohe die Zerstörung einer über Jahre gewachsenen Infrastruktur im freien kulturellen Bereich und damit der Verlust von Arbeitsplätzen, kulturellen Produktions- und Präsentationsstätten, Angeboten zur Freizeitgestaltung sowie aller an die Veranstaltungsbranche angeschlossenen Dienstleistern und Gewerken.

Die Veranstaltung am Delta soll erst der Auftakt sein, um gemeinsam ein Zeichen zu setzen, kündigte Kalbitzer an. Unterstützt wird sie durch eine Projektförderung des Kulturamts der Stadt Essen. Weitere Informationen zur Veranstaltung und zum Vorverkauf gibt es hier.

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