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Essener benennen ihr Bier nach Zollverein-Grubenpferd

Michael Kesseböhmer (l.) und Dennis Pfahl mit ihrem Mücke-Bier.

Michael Kesseböhmer (l.) und Dennis Pfahl mit ihrem Mücke-Bier.

Foto: STEFAN AREND

Essen.   Dennis Pfahl hat an der Hölderlinstraße im Südviertel nicht nur eine schöne Dachgeschosswohnung, sondern auch eine kleine Brauerei. Die ist praktischerweise in seiner Küche untergebracht. Auf der Theke steht der silberglänzende Bottich der Heimbrau-Anlage „Braumeister“. Auf dem Tisch liegen paketweise Bierdeckel. Und hunderte rote und gelbe Etiketten, die der 34-Jährige in Heimarbeit auf tausende Flaschen klebt. Zwischendurch klingelt immer wieder sein Telefon: „Die nächste Bestellung. Unser Mücke läuft“, freut sich Pfahl, und sein Bier- und Braupartner Michael Kesseböhmer nickt euphorisch.

Dennis Pfahl hat an der Hölderlinstraße im Südviertel nicht nur eine schöne Dachgeschosswohnung, sondern auch eine kleine Brauerei. Die ist praktischerweise in seiner Küche untergebracht. Auf der Theke steht der silberglänzende Bottich der Heimbrau-Anlage „Braumeister“. Auf dem Tisch liegen paketweise Bierdeckel. Und hunderte rote und gelbe Etiketten, die der 34-Jährige in Heimarbeit auf tausende Flaschen klebt. Zwischendurch klingelt immer wieder sein Telefon: „Die nächste Bestellung. Unser Mücke läuft“, freut sich Pfahl, und sein Bier- und Braupartner Michael Kesseböhmer nickt euphorisch.

Mücke war das letzte Grubenpferd auf Zollverein

„Mücke“ heißt das Bier, das die beiden Freunde erst in Heimarbeit kreiert und dann in einer Menge von 4000 Litern haben brauen lassen. Benannt ist das Bier nach einem weitgehend unbekannten Essener Original: Mücke war das letzte Grubenpferd auf Zeche Zollverein. „Wir haben extra beim Ruhr Museum nachrecherchiert“ sagt Dennis Pfahl und holt Abzüge von Schwarz-Weiß Fotos mit dem Grubenpferd aus den 1950er-Jahren hervor.

Informatik-Kaufmann Dennis Pfahl und Architekt Michael Kesseböhmer sind nur Nachbarn an der Hölderlinstraße. Sie teilen auch die Leidenschaft für Bier. „Ein Leben ohne Pils ist möglich, aber sinnlos“, steht nicht zufällig auf einem Kühlschrank-Magneten in Pfahls Dachgeschosswohnung. Bei einer sommerabendlichen Stauder-Verkostung auf dem Balkon entstand die Idee, ein eigenes Bier zu brauen. „Wir wollten mit Zutaten und mit dem Geschmack experimentieren“, erklärt Michael Kesseböhmer.

Craft-Bier-Szene setzt auf Individualbiere

In der so genannten Craft-Bier-Szene, in der Heimbrauer Individualbiere in kleinen Mengen brauen, informierte sich das Duo. Die Heimbrau-Anlage wurde für 1500 Euro angeschafft, der erste Biersud aufgesetzt. Nach wenigen Testläufen hatten die beiden ihre zwei Biere gefunden: Das Single Hop Comet und das Ingwer Pale Ale. Zwei, wie ein Alt, obergärige Biere. Bernsteinfarben, kräftig sowie markant im Abgang. Im Fall der gelb etikettierten 0,33-Liter-Mücke-Flasche streichelt noch ein Hauch von Ingwer den Gaumen des Biertrinkers.

12 000 Flaschen in 500 Kisten

Ihre ersten 4000 Mücke-Liter haben die Essener in Detmold brauen lassen. Die 12 000 Flaschen (in 500 Kisten) sind in Wattenscheid zwischengelagert. Die Nachfrage in den als Abnehmer akquirierten Getränkemärkten und der Gastronomie (s. Infobox) ist rege – trotz des Verkaufspreises von knapp unter drei Euro pro Flasche. „Wir dachten erst, wir müssen bis ans Lebensende unser Bier trinken. Aber mehr als die Hälfte ist schon verkauft“, sagt Dennis Pfahl und verrät: „Der zweite Mücke-Sud ist in Planung.“

Das Mücke-Craft Bier gibt es in Essen u.a. im Doctor-T-Burger-Labs (Huyssenallee 99), im Kabü-Cafe (Annastraße 51) oder in den Trinkguts Haedenkampstraße 71 und Wolfsbankring 36.

Das Bier gibt es außerdem in Bochum, Dortmund, Düsseldorf, Oberhausen, Mülheim und Köln.

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