Essener Awo trauert um Horst Radtke

Der langjährige Geschäftsführer der Essener Arbeiterwohlfahrt und frühere SPD-Landtagsabgeordnete Horst Radtke ist nach längerer Krankheit verstorben. Das bestätigte der Sozialverband gestern in einer Mitteilung. Radtke wurde 75 Jahre alt.

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Der langjährige Geschäftsführer der Essener Arbeiterwohlfahrt und frühere SPD-Landtagsabgeordnete Horst Radtke ist nach längerer Krankheit verstorben. Das bestätigte der Sozialverband gestern in einer Mitteilung. Radtke wurde 75 Jahre alt.

Horst Radtke lernte zunächst den Beruf des technischen Zeichners, bevor er in der Sozialarbeit seine Berufung fand. Schon als Jugendlicher war er in der Sozialistischen Jugend Deutschlands „SJD - Die Falken“ aktiv und mit der Betreuung Jugendlicher befasst. Seit 1964 arbeitete er als Erzieher bei der Awo, wurde 1969 dort fest angestellt, 1972 dann stellvertretender Geschäftsführer und von 1974 bis 1999 dann Chef der Essener Awo. „Die Verbindung zur Essener Arbeiterwohlfahrt erlebte Höhen und Tiefen“, schreibt die Awo in ihrem Nachruf, was vermutlich die Querelen umschreibt, die mit Radtkes Rückzug verbunden waren. Nach seiner Awo-Zeit war Radtke bis 2004 Geschäftsführer der Baubetreuungsgesellschaft Sahle.

Gründer des Sozialvereins VKJ

Auch ehrenamtlich und politisch machte sich Radtke bereits ab Ende der 1960er Jahre für die Interessen bedürftiger Essener stark. Ausdruck dieses Engagements war 1970 die Gründung des „Vereins für Kinder- und Jugendarbeit in sozialen Brennpunkten“ (VKJ), dessen erster Vorsitzender er war.

Parallel zu seinem Aufstieg als Awo-Funktionär machte Radtke in der Essener SPD Karriere, der er seit 1962 angehörte. Im Rat der Stadt Essen war er von 1975 bis 1984; hier als Mitglied und Vorsitzender des Sozialausschusses. Von 1985 bis zum Jahr 2000 war er direkt gewählter Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Essen-West. Als Geschäftsführer wie als Politiker war Radtke eine hohe Dynamik eigen, die ihn zu einem der profiliertesten Sozialpolitiker in Essen machte.

„Der Essener Awo-Kreisverband trauert um seinen ehemaligen Geschäftsführer und langjährigen Kämpfer für eine soziale Gesellschaft“, heißt es in der Mitteilung.

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