Stadtfest

„Essen Original“ zieht von der Innenstadt nach Zollverein

Essen Original“ soll von der Innenstadt nach Zollverein ziehen und dort stattfinden – ganz sicher im Jahr 2018, wahrscheinlich aber auch danach.

Essen Original“ soll von der Innenstadt nach Zollverein ziehen und dort stattfinden – ganz sicher im Jahr 2018, wahrscheinlich aber auch danach.

Foto: STEFAN AREND

Essen.  Erstmals soll das Stadtfest 2018 auf Zollverein stattfinden. Verlagerung soll auch die Tauglichkeit des Welterbes für Massenfeste demonstrieren.

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Das Stadtfest Essen Original verlässt seinen angestammten Platz in der Innenstadt und wird bereits im Spätsommer 2018 auf das Zollverein-Areal in Stoppenberg umziehen. Das bestätigte gestern die Geschäftsführung der Essen Marketing GmbH, die diesen Plan seit längerem verfolgt und von der Kommunalpolitik im Ordnungsausschuss Zustimmung signalisiert bekam. Sollte sich die Veranstaltung hier bewähren, wird sie auch in den Folgejahren auf Zollverein stattfinden. Termin: 31. August bis 2. September.

Gemeinsam mit dem Stadtfest ist im Jahr 2018 auch das NRW-Fest auf Zollverein fest terminiert. „Beide Veranstaltungen binnen zehn Tagen hätten wir organisatorisch nicht geschafft, so lag es aus unserer Sicht nahe, sie zusammenzuschnüren“, sagte EMG-Geschäftsführer Richard Röhrhoff. Der NRW-Tag ist eine jährliche Kulturveranstaltung, die an die Gründung des Landes erinnert. Durch die Bündelung spare die EMG auch Geld, da das Land einen Teil der Organisationskosten zahlt.

Der Umzug von Essen Original nach Zollverein wird aller Voraussicht nach kein einmaliger Akt bleiben, sondern von Dauer sein. Davon gehen die EMG-Chefs nahezu sicher aus. „Die Veranstaltung stammt aus einer Zeit, als man Massenveranstaltungen in Innenstädten noch ohne großen Sicherheitsaufwand durchführen konnte“, sagt EMG-Chef Richard Röhrhoff. Heute seien die Bedingungen andere, das Zollverein-Areal sei unter Sicherheitsaspekten viel leichter zu handhaben als eine Innenstadt mit ihren Plätzen, Haupt- und Nebenstraßen.

Einzelhandel hat keine Einwände gegen den Umzug, ganz im Gegenteil

„Es geht uns aber auch darum, das Welterbe als Spielort aufzuwerten“, so Röhrhoff. Den Einwand, dass Essen Original in der Innenstadt und als Stadtfest eine lange Tradition habe, nannte der EMG-Chef eine „ideologisch getriebene“ Debatte. „Wir müssen einfach mal registrieren: Auch Zollverein ist in Essen.“

Vom Einzelhandelsverband, der an der EMG mit 50 Prozent beteiligt ist, ist jedenfalls kein Widerstand gegen den Umzug zu erwarten. „Der Einzelhandel in der Innenstadt hat von Essen Original eher nicht profitiert“, sagt Geschäftsführer Marc Heistermann. Die Verlagerung sei daher kein Nachteil. „Im Gegenteil: In der Vergangenheit hat die Veranstaltung eher Kunden abgehalten, in die Essener Innenstadt zu fahren, um dort in Ruhe shoppen zu gehen.“ Auch Röhrhoff erklärte, es mache wohl kaum Freude, sich an Checkpoints sicherheitsbedingt in die Einkaufstüten schauen zu lassen.

EMG-Chef Röhrhoff schätzt Essen Original eher als wenig bedeutend ein

Bekannt ist, dass Röhrhoff „Essen original“ unter Marketing-Gesichtspunkten für entbehrlich hält, da es nach außen nicht nennenswert ausstrahle und für eine Image-Aufwertung Essens nichts bringe. Angesichts der Finanzlage der Stadt fehle auch künftig das Geld, um dies in nennenswerten Umfang – etwa durch Auftritt von Stars – zu ändern. Im Laufe der Zeit habe sich das Publikum bei Essen Original deshalb auch merklich verändert.

Im Ausschuss für öffentliche Ordnung, wo der für die Innenstadt zuständige EMG-Geschäftsführer Dieter Groppe den Umzugsplan gestern vorstellte, wurden die Pläne nach Groppes Angaben positiv aufgenommen – in jedem Fall, was dieses Jahr betrifft. „Ein NRW-Fest, das zu zwei Dritteln ein Bürgerfest ist, und unser Stadtfest Essen Original passen gut zusammen“. Durch die Kombination ergebe sich die Chance, noch etwas mehr an kulturellen Auftritten zu bieten, als dies sonst bei Essen Original der Fall war.

Offizielle Entscheidung für dauerhaften Umzug soll erst nach erstem Test fallen

Allerdings habe die Politik auch Wert darauf gelegt, dass nach der ersten „Orginal“-Veranstaltung auf Zollverein vorurteilsfrei Bilanz gezogen werde, ob der Standort funktioniere. Erst dann soll – jedenfalls offiziell – die Entscheidung fallen, ob der Umzug endgültig ist.

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