Corona-Krise

Essen: Café will Kuchen am Wochenende außer Haus verkaufen

Vor ihrem geschlossenen Café hören Susanne und Katharina Kötter (rechts) am Dienstag via Smartphone die aktuelle Nachricht von Oberbürgermeister Thomas Kufen zum Coronavirus.

Vor ihrem geschlossenen Café hören Susanne und Katharina Kötter (rechts) am Dienstag via Smartphone die aktuelle Nachricht von Oberbürgermeister Thomas Kufen zum Coronavirus.

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen.  Susanne Kötter musste ihr Café an der Rü schließen. Einen Teil der Fixkosten möchte sie mit einem Außer-Haus-Verkauf am Wochenende decken.

Am Montag hat das Café Kötter an der Rüttenscheider Straße Ruhetag, eine willkommene Pause nach dem üblichen Trubel am Wochenende. Doch diesmal sollte corona-bedingt die ganze Woche zu einem einzigen langen Ruhetag werden. Ein herber Schlag für Inhaberin Susanne Kötter. Die trotzdem zuversichtlich bleibt und nun auf eine Wochenend-Öffnung mit Außer-Haus-Verkauf setzt.

„Wir arbeiten mit Frischware, da ist es nicht einfach mit kurzfristigen Ankündigungen umzugehen“, sagt Susanne Kötter. Also seien sie und die Mitarbeiter am Dienstagmorgen noch ins Café gekommen, hätten sich dann aber entschlossen, nicht nur - wie amtlich angeordnet - den Gastraum zu schließen, sondern auch den Verkauf für zu Hause. „Morgens war einfach niemand auf der Rü unterwegs, das hätte sich nicht gelohnt.“

Die Mitarbeiter nehmen nun erstmal Urlaub

Stattdessen besprach sich die Chefin mit ihren 15 Mitarbeitern, von denen mehr als die Hälfte fest angestellt ist. Sie arbeite gern langfristig mit ihrem Team, „mit Menschen, die sich mit dem Unternehmen identifizieren“. Kündigungen möchte sie um jeden Preis verhindern. Dafür sind die Mitarbeiter ihrem Vorschlag gefolgt und nehmen nun erstmal Urlaub. Die für Sommer geplanten Betriebsferien werden deswegen wohl entfallen. „Wenn wir dann wieder öffnen können, müssen wir das nutzen.“

Mit abgespeckter Mannschaft möchte Susanne Kötter am Samstag und Sonntag (21./22. März) jeweils von 11 bis 17 Uhr öffnen und ihre Kuchen und Torten zum Mitnehmen verkaufen und außerdem einen Lieferservice für die nahe Umgebung anbieten. So könne sie zum einen wenigstens einen Teil ihrer Fixkosten decken, zum anderen sei das Leben für viele Menschen derzeit ja sehr reduziert: „Da kann ein Stück Kuchen ein wenig Freude bedeuten.“ Natürlich werde man auch auf Sicherheit achten, und die Kunden nur einzeln in den Laden lassen.

Die Chefin hofft: „Wir schaffen das gemeinsam“

Sollte eine allgemeine Ausgangssperre kommen, müsse sie noch einmal umdenken. Sie wolle sich gar nicht ausmalen, was das volkswirtschaftlich bedeute. Aber derzeit müsse ja jeder von Tag zu Tag planen; die Kunden bitte sie daher, sich stets kurzfristig zu informieren. Was sie und ihr Team angehe, glaube sie: „Wir schaffen das gemeinsam.“

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