Gesundheit

Erster Träger in Essen führt Impfpflicht an fünf Kitas ein

Ein Essener Kita-Träger führt in seinen fünf Einrichtungen die Impfpflicht.

Ein Essener Kita-Träger führt in seinen fünf Einrichtungen die Impfpflicht.

Foto: imago stock&people

Essen.   Die Kindertagesbetreuung Behrwind führt als erster Träger in Essen für fünf Einrichtungen eine Impfpflicht ein: Das wollten auch die Eltern.

Als erster Träger in Essen hat die Kindertagesbetreuung Behrwind gUG eine Impfpflicht bei Neuaufnahmen für seine fünf Einrichtungen beschlossen. Einstimmig haben sich dafür sowohl Vertreter des Elternrats als auch die jeweiligen Kita-Leitungen ausgesprochen.

„Ich bin glücklich, dass es endlich geklappt hat“, sagt die Gesamtleiterin Jule Behrwind, die schon seit vier Jahren eine Impfpflicht umsetzen möchte – bislang aber an einzelnen Elternstimmen scheiterte, die sich gegen eine solche Pflicht ausgesprochen hatten. „Mir war bei einer so wichtigen Entscheidung ein einstimmiges Votum wichtig“, sagt die Erzieherin, die als Heilpraktikerin und Homöopathin der alternativen Medizin zugewandt ist, wie sie betont: „Ich habe aber kein Verständnis dafür, wenn man sein Kind nicht impfen lässt und damit auch andere in Gefahr bringt.“

Impfpflicht gilt für die Neuaufnahmen in die Kitas

In vier der fünf Kitas werden ausschließlich Kinder im Alter von vier Monaten bis drei Jahren betreut: „Bei uns sind oft Schwangere in den Kitas, außerdem sind die Kinder die wir betreuen, meist noch sehr jung und dadurch noch anfälliger“, nennt Behrwind einen Grund.

Die Impfpflicht, die für Neuaufnahmen gelte, orientiere sich an den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO). Da gewisse Impfungen erst ab dem ersten Lebensjahr erfolgen, sollen Eltern jüngerer Kinder früh auf die Impfpflicht hingewiesen werden. Im Anmeldeportal Little Bird wird auf die Pflicht bereits als Besonderheit hingewiesen. Eltern, die ihr Kind nicht impfen lassen möchten, können sich demnach nicht um einen Platz in einer der Einrichtungen bewerben.

Insgesamt werden in den fünf Kitas in Huttrop, Rüttenscheid, Südviertel, Kupferdreh und Altendorf 74 Mädchen und Jungen betreut. Bislang habe es zwar in keiner Kita einen Fall von Masern, Mumps oder Röteln gegeben: „Eine befreundete Kollegin in Duisburg hat aber erlebt, wie schlimm das werden kann. Wir wollen ein solches Risiko einfach ausschließen“, sagt Jule Behrwind.

Während auch immer mehr Tageseltern auf einen vollständigen Impfschutz bestehen, setzen die meisten Kitas in der Stadt bislang allein auf Aufklärung. „Wir können aus unserem Selbstverständnis heraus keine Impfpflicht einführen, da es diese bundesweit auch nicht gibt. Es gilt ja weiterhin die Selbstbestimmung der Eltern“, sagt etwa Bernd Lösken, Gebietsleiter beim katholischen Kita-Zweckverband, der 265 Kitas im gesamten Ruhr-Bistum betreibt.

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