Corona-Krise

EMG startet Plattform für Essener Geschäfte und Restaurants

Infolge der Corona-Krise mussten in Essen Restaurants, Geschäfte und Kulturbetriebe schließen. Die EMG will lokalen Unternehmen nun helfen.

Infolge der Corona-Krise mussten in Essen Restaurants, Geschäfte und Kulturbetriebe schließen. Die EMG will lokalen Unternehmen nun helfen.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen  Gastromomen, Einzelhändler und Kulturschaffende leiden unter der Corona-Krise. Eine Übersicht ihrer Alternativangebote gibt es nun online.

Zwei Packungen Nudeln und eine Rolle Klopapier für einen Auftrag über 150 Euro: So macht der Rüttenscheider Grafikdesigner Reinhard Pietrass aktuell bei Facebook auf sich aufmerksam. Hinter der eher scherzhaft gemeinten Aktion steckt die Sorge eines Selbstständigen in der Corona-Krise. Um Menschen wie Pietrass zu helfen, hat die Essener Marketing GmbH (EMG) nun eine Online-Plattform ins Leben gerufen.

Unter www.visitessen.de/essenhaeltzusammen findet sich eine Auflistung von aktuell rund 70 Essener Einzelhändlern und Gastronomen, die zum Beispiel einen Onlineshop mit Versand, einen Lieferservice oder ein Abholangebot anbieten. Auch Kunst- und Kulturschaffende können sich dort listen lassen.

„Wir möchten einen Anreiz schaffen, nicht bei den großen Onlinehändlern zu bestellen“

„Die Einzelhändler, Gastronomen und Kulturbetriebe sind am stärksten von der Corona-Krise betroffen, weil sie ganz schließen mussten“, erklärt Citymanagerin Svenja Krämer den Hintergrund der Plattform. „Wir möchten einen Anreiz schaffen, stattdessen nicht bei den großen Onlinehändlern zu bestellen, sondern die lokalen Betriebe zu unterstützen – um die Stadt so lebenswert zu erhalten, wie sie vor Corona war.“

Nach einer kurzen Schockstarre hätten sich schon zuvor unheimlich viele Bürger in Facebook-Gruppen organisiert, um lokale Unternehmer zu unterstützen. "Solche Gruppen können aber schnell unübersichtlich werden. Deshalb wollten wir eine umfassende Auflistung bieten", so Krämer.

Alle Infos zu den lokalen Angeboten sind gelistet

Auf der Übersichtsseite sind die Selbstständigen nun mit Namen, Adresse, Telefonnummer, weiterführenden Links und dem jeweiligen Angebot gelistet: Etwa Buchläden, die ihre Bücher versenden, Floristen, die Blumen nach Hause liefern oder Restaurants, bei denen man sich das Essen abholen kann.

Neben Einzelhandel und Gastronomie gibt es auf der Plattform eine Rubrik für die Kulturszene, unter der bisher zwei Angebote gelistet sind: Virtuelle Rundgänge durch Ausstellungen. Die Citymanagerin ruft Kulturschaffende auf, sich bei der EMG zu melden: „Sie können zum Beispiel bei uns auf Gutscheine hinweisen, die Kunden für die Zeit nach der Krise kaufen können, oder Links zu Videos veröffentlichen."

Corona-Krise: Freischaffenden brechen die Aufträge weg

Auch Freiberufler wie Reinhard Pietrass können über die EMG-Plattform auf ihr Angebot aufmerksam machen. Der Rüttenscheider kann zwar von zu Hause aus arbeiten. Doch das allein nützt ihm wenig – denn er ist schließlich darauf angewiesen, dass ihn jemand engagiert. „Im Moment kommen fast gar keine Aufträge rein“, beklagt er. Um 80 bis 90 Prozent seien seine Umsätze eingebrochen.

Interessierte können sich weiterhin bei der EMG melden

Die Online-Übersicht der Einzelhändler, Gastronomen und Kulturschaffenden wird stetig erweitert. Per E-Mail an info@essen-marketing.de können sich Interessierte an die EMG wenden. Außerdem finden Unternehmen und Freischaffende auf der Webseite diverse Hotlines, die zu Themen wie Krediten, Kurzarbeit und Überbrückung von Liquiditätsengpässen beraten.

Auf den außergewöhnlichen Facebook-Aufruf gemeldet hat sich übrigens noch niemand, wie Pietrass verrät: "Außer einem, der gefragt hat, wie viel Klopapier ich denn abzugeben hätte." Im Moment lebt der Grafiker nach dem Prinzip Hoffnung: Er baue darauf, dass es nach der Corona-Krise einen Aufschwung gebe.

Alle Entwicklungen zum Thema Corona in Essen im Newsblog.

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