DSDS-Auftritt

DSDS: Essener Komponist hört sein Lied bei Dieter Bohlen

Klaus Pelizaeus, Musikproduzent und Komponist aus Essen-Haarzopf, hörte sein Lied bei DSDS wieder.

Klaus Pelizaeus, Musikproduzent und Komponist aus Essen-Haarzopf, hörte sein Lied bei DSDS wieder.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Essen-Haarzopf.  Junger Sänger tritt mit Lied des Schlagerproduzenten Klaus Pelizaeus aus Essen in der RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ auf.

Eine Überraschung erlebte Klaus Pelizaeus, Komponist, Textdichter und Schlagerproduzent aus Essen-Haarzopf, am 4. Januar: Im Fernsehen war eines seiner älteren Lieder zu hören, vorgetragen bei einem Vorentscheid der aktuellen Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) auf RTL.

Gesungen wurde es von dem 25-jährigen Gebäudereiniger Ramon Kaselowsky aus Leipzig. Das Lied „100 Jahre sind noch zu kurz“ hat Klaus Pelizaeus vor zwölf Jahren geschrieben – speziell für den Schlagersänger Randolph Rose.

Über das unverhoffte Wiederhören seines Liedes war Pelizaeus natürlich erfreut – und das nicht in erster Linie aus finanziellen Gründen. „Natürlich verdiene ich über die Gema mit, wenn mein Titel präsentiert wird, aber das sind nur ganz geringe Summen“, sagt der Haarzopfer. Der 67-Jährige ist seit 40 Jahren im Geschäft, besitzt seit über 30 Jahren die Firma Alibaba-Musikproduktion und konnte schon viele Erfolge verbuchen. Insgesamt habe er rund 1500 Titel geschrieben, schätzt Pelizaeus.

Nachwuchssänger erreicht mit altem Schlager die nächste Runde

Der junge Leipziger Ramon Kaselowsky präsentierte sich als Sympathieträger und hatte offenbar die richtige Titelauswahl getroffen: Er kam mit dem auf alt getrimmten Schlager bei der Jury durchaus gut an und wurde von Dieter Bohlen, Xavier Naidoo, Oana Nechiti und Pietro Lombardi mit viel Lob und vier Ja-Stimmen in die nächste Runde geschickt.

Sehr zur Freude von Klaus Pelizaeus: „Wann hört man schon mal deutschen Schlager bei DSDS?“ Alte Titel nachzuproduzieren, sei gängige Praxis, man dürfe sie aber nicht verändern und müsse den Originalautor angeben, erläutert der Musikfachmann.

„Ich habe den Vortrag von Ramon Kaselowsky am Samstag erst gar nicht gesehen, habe zu der Zeit einen Krimi geschaut“, sagt Klaus Pelizaeus. Schlagersänger Randolph Rose, mit dem er schon etliche Titel produziert habe, habe ihn kurz vor Mitternacht auf die Aufregung in den sozialen Medien aufmerksam gemacht.

Innerhalb von einer Stunde hätten über 6000 DSDS-Fans den Beitrag bei Youtube angesehen. „Gut drei Tage darauf sind es schon mehr als 315.000, das sind schon fast Dimensionen wie bei Helene Fischer oder Andrea Berg“, so Pelizaeus, der für Musik, Text und Verlag des Titels verantwortlich zeichnet.

Lied wurde ganz bewusst im Stil der 1970er Jahre aufgenommen

Ganz bewusst habe er damals das Lied „100 Jahre sind noch zu kurz“ im Stil der 1970er Jahre aufgenommen – was Dieter Bohlen beim Vortrag von Ramon Kaselowsky zu der Annahme verleitete, der Song stamme tatsächlich aus dieser Zeit. Dieter Bohlen habe den Song zwar zuerst blöd, weil altbacken, gefunden, ihn dann aber immer mehr gelobt. Bohlen habe bemerkt, dass das Lied „schöne Übergänge und viele Harmonien hat, wie sie heute keiner mehr kennt“, so Pelizaeus. Einen Song dieser Stilistik habe man lange nicht gehört, seien sich die Jurymitglieder einig gewesen.

Pelizaeus hatte ganz bewusst ein Lied für den damals schon über 50-jährigen Randolph Rose geschrieben. Radiosender hätten den Titel damals durchaus gut angenommen. Der Text des Stückes bewegte sich jenseits von Themen wie frisch Verliebtsein und der üblichen Disco-Anmache. „Das hätte ja altersmäßig nicht zum Sänger gepasst.“

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