Einzelhandel

Deutschlands ältester Aldi schließt in Essen, neuer eröffnet

Die Aldi-Baustelle an der Saatbruchstraße in Schonnebeck.

Die Aldi-Baustelle an der Saatbruchstraße in Schonnebeck.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen-Schonnebeck.  Die älteste Aldi-Filiale Deutschlands steht in Essen-Schonnebeck. Doch sie weicht im Dezember einem modernen Markt in unmittelbarer Nähe.

Nostalgiker werden ein wenig traurig sein wenn die älteste Aldi-Filiale Deutschlands in diesem Jahr schließt. In der Wohnung direkt darüber sind die Konzerngründer Theo und Karl Albrecht 1920 und 1922 zur Welt gekommen. All jene, die in diesen Tagen wieder auf der Jagd nach Klopapier sind, werden jedoch aufatmen. Die neue Filiale an der Saatbruchstraße/Ecke Karl-Meyer-Straße wird mehr Platz und ein breiteres Angebot bieten.

Neuer Aldi-Markt in Essen bietet mehr Parkplätze

Noch herrscht emsiges Treiben auf der Baustelle. Die für heutige Zeiten typische Klinker-Fassade des neuen Aldi-Marktes ist schon zu erkennen. Die Grundmauern stehen, in dieser Woche wurden Fenster geliefert. Radlader baggern noch die Erde von A nach B, Holzpaletten stapeln sich und Bauarbeiter besprechen die nächsten Schritte.

Auf dem Dach wird eine Photovoltaikanlage installiert und die neue Filiale wird mit einer sogenannten Wärmerückgewinnungsanlage ausgestattet, die den Marktraum im Zuge einer sogenannten Betonkern-Aktivierung kühlen und beheizen kann. „So kommt das Gebäude ohne fossile Brennstoffe aus“, erklärt Aldi-Nord-Sprecher Axel vom Schemm.

Mitte Dezember sollen die Kunden hier einkaufen und vor allem parken können. Das Hauptproblem am Aldi-Stammhaus um die Ecke war seine geringe Größe: Mit 509 Quadratmetern gab es nicht nur relativ wenig Platz für Ware und Vorratshaltung, sondern auch zu wenig Parkplätze – nur 15 an der Zahl.

Über die 79 Parkplätze an der neuen Filiale dürften die Kunden erleichtert sein. Genutzt werden dürfen diese auch von Anwohnern, das jedoch explizit nur außerhalb der Öffnungszeiten. Im Markt selbst wird es auf 1287 Quadratmetern breitere Gänge sowie „ein vergrößertes Angebot an Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch geben“, erklärt Axel vom Schemm.

Backwaren und Pfandautomat

Backwaren soll es auch geben und zwar so, dass die Mitarbeiter die Regale bequem von der Rückseite befüllen können. Hinzu kommt ein Pfandautomat in der Nähe des Eingangsbereichs.

Was mit dem Ur-Aldi an der Huestraße passiert, ist derweil unklar. „Zur weiteren Nutzung des Ladenlokals an der Huestraße können wir derzeit noch keine Informationen geben“, heißt es aus der Pressestelle. Es ist im Unternehmen jedoch ein offenes Geheimnis, wie sehr der Geschäftsführende Gesellschafter Theo Albrecht jun., der älteste Spross des Gründers, an dem Stammhaus hängt.

In einer Presseerklärung im vergangenen Jahr hieß es noch: „Die Gründerfamilie hat sich aufgrund des emotionalen Bezugs zur Huestraße 89 dafür ausgesprochen, dass das Gebäude selbst auch in Zukunft im Besitz der Unternehmensgruppe verbleiben wird.“

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