Karnap

Der Heilige Nepomuk steht wieder in St. Marien

Markus Gosdzik begrüßte die Gäste im Gemeindesaal von St. Marien.

Markus Gosdzik begrüßte die Gäste im Gemeindesaal von St. Marien.

Foto: Socrates Tassos

Essen-Karnap.   Der Heilige Nepomuk steht wieder in St. Marien. Nicht aus Stein. Aus Holz. Die Gemeinde freut sich deshalb nicht weniger über die Rückkehr.

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Der Heilige Nepomuk ist wieder in Karnap. Mit einer kleinen Andacht und einem anschließenden Kaffeetrinken hießen etwa 75 Frauen und Männer, angeführt von Bürgermeister Rudolf Jelinek, die mit Sockel einen Meter hohe hölzerne Figur im Gemeindesaal von St. Marien willkommen. Ein positives Zeichen nach den zuletzt eher ernüchternden Nachrichten für St. Marien. Die Kirche, so ist geplant, soll geschlossen werden. „Der Gemeindesaal wird aber weiterhin bestehen“, sagt Markus Gosdzik, der in doppelter Beziehung an der Rückkehr von Nepomuk mitgewirkt hat. Als Mitglied des Fördervereins St. Marien und als 2. Vorsitzender des Bürgervereins. „Es war ein gemeinsames Bestreben, und Nepomuk steht symbolisch für diese Gemeinschaft“, sagt Gosdzik. Ein Stück Karnaper Geschichte sei wieder hergestellt.

Erste Figur wurde 1739 unweit der Emscher aufgestellt

Karnap und Nepomuk – diese Verbindung gibt es schon seit mehr als 200 Jahren. Die Karnaper stellten den Schutzpatron der Flößer, der als „Brückenheiliger“ gilt, 1739 unweit der Emscher auf, damit er sie vor Überflutungen schütze. Eine alte Bauernregel lautet: „Heiliger Sankt Nepomuk, treib’ uns die Wassergüss’ zurück.“ Später wurde die Figur aus Sandstein in der Nähe der Kirche St. Marien aufgestellt. „1963 wurde sie offenbar umgeworfen und begraben“, erzählt Markus Gosdzik. 1996 wurden die Reste bei Bauarbeiten wiedergefunden. Heute befinden sie sich im Magazin des Ruhrmuseums. Mitte der 1990er-Jahre entstand die Idee, den Heiligen in hölzerner Form neu gestalten zu lassen. Der Karnaper Karl Dohmann machte sich ans Werk und schnitzte.

Zwischenstation im Pumpwerk

„Es gab aber wohl damals Querelen innerhalb der Gemeinde und Karl Dohmann sagte: Wenn ihr ihn nicht wollt, dann kommt er woanders hin.“ Woanders, das war in diesem Fall das Foyer eines Pumpwerks der Emschergenossenschaft in Bottrop. Dort stand er jahrelang und empfing die Gäste. Die Emschergenossenschaft gab die Figur kostenlos zurück.

Dem ersten Frühlingsfest sollen weitere folgen

„Unsere Philosophie ist es, Erlebnisorte zu erhalten, damit die Menschen ihren Glauben leben können. Das muss nicht zwingend ein Gotteshaus sein“, hatte Berthold Hiegemann vom Gemeinderat bezüglich des Erhalts des Gemeindesaals im vergangenen Jahr betont. Seit dem vergangenen Wochenende gehört auf jeden Fall der Heilige Nepomuk in Karnap wieder dazu. Das erste gemeinsame Frühlingsfest von Förderverein St. Marien und Bürgerverein zu seinen Ehren soll möglichst zu einer festen Einrichtung werden.

„Karl Dohmann hätte sich sicherlich gefreut, dass er wieder hier ist. Dass St. Marien und der Bürgerverein die Figur gemeinsam zurückgeholt haben, dass man nur zusammen etwas erreichen kann“, Markus Gosdzik.

>>> Stein-Figur in vier Teilen im Magazin

Ursprünglich war angedacht worden, die Überbleibsel der Stein-Figur restaurieren zu lassen. Bei einem Besuch im Magazin des Ruhrmuseums wurden vier Einzelteile vorgefunden, die nur mit viel Fantasie als Nepomuk-Figur zu erkennen waren. Für eine Restaurierung wurden 6500 Euro veranschlagt.

Die aktuelle Lösung: Die Figur gab’s kostenlos und ein Holz-Spezialist aus der Gemeinde ließ Nepomuk wieder frisch aussehen.

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