Stadtentwicklung

Der Baustart für das Stadtquartier „Essen 51“ steht bevor

Viel Grün soll das neue Stadtquartier Essen 51 am Berthold-Beitz-Boulevard prägen. Bis es komplett entwickelt ist, dürften 15 bis 20 Jahre vergehen.
      

Foto: Thelen

Viel Grün soll das neue Stadtquartier Essen 51 am Berthold-Beitz-Boulevard prägen. Bis es komplett entwickelt ist, dürften 15 bis 20 Jahre vergehen.      

Essen.   Im März 2018 wird im nördlichen Kruppgürtel der erste Spatenstich für „Essen 51“ gefeiert. Erste Bauarbeiten sind bereits im Gange.

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Die Kreuzkröten haben sie erfolgreich umgesiedelt, schwere Bagger stehen bereit: Im nördlichen Teil des Krupp-Gürtels beginnt die Essener Thelen-Gruppe in Kürze mit dem Bau von „Essen 51“. Es handelt sich um eines der größten Stadtentwicklungsprojekte der vergangenen Jahrzehnte. Eines, in das die Thelen-Gruppe eine Milliarde Euro investiert und das nicht nur dem ehemaligen Industrieareal zwischen Pferdebahnstraße im Süden und Bottroper Straße im Norden, unweit der Haus-Berge-Straße im Westen und am Berthold-Beitz-Boulevard im Osten ein neues, attraktives Gesicht geben soll. Eines, das weit über das neue Quartier ausstrahlen soll.

Was ist geplant?

Nicht weniger als ein neuer Stadtteil, Essen 51 eben. Mit etwa 1500 Wohnungen, mit Büros, Gewerbeimmobilien, mit Kitas, Schulen, mit Geschäften und Restaurants, Essen 51 eben. Der eigene Anspruch ist hoch: „Wir bauen für die nächste Generation“, sagt Projektentwickler Stefan Christochowitz.

Claudio ist ein Vertreter dieser neuen Generationen. Die fiktive Figur, die sich die Thelen-Leute haben einfallen lassen, lebt in dem von Grün und Wasser durchzogenen neuen Stadtteil. Claudio wohnt in einem „Smart home“. Heizung und Küchengeräte bedient er mit dem Smartphone, was im Kühlschrank fehlt, bestellt dieser, wie praktisch, ganz automatisch.

Claudio verzichtet gerne auf ein eigenes Auto. Das fällt ihm nicht schwer, denn an einer der vielen Mobilstationen im Quartier hat er die Wahl zwischen Carsharing, E-Bike oder einem Shuttle-Service, der ganz ohne Chauffeur auskommt, weil der Bus autonom fährt. Auch den Wagen ordert er natürlich per Smartphone – über die Essen 51 App. Das klingt nach schöner neuer Welt. Aber: „Das sind die Trends“, sagt Carsten Faust, bei Thelen zuständig fürs Baumanagement. „Und wenn sie nicht morgen kommen, dann übermorgen.“ In Essen 51 soll die Moderne jedenfalls Standard sein.

Wann geht es los?

Der erste Spatenstich ist für den 6. März 2018 terminiert. Der Baugrund wird bereits aufbereitet. Bis zum Jahr 2020 soll das 60 Hektar große Gelände komplett erschlossen sein, denn dann eröffnet Ikea an der Bottroper Straße sein neues Möbelhaus; das Haus an der Altendorfer Straße geben die Schweden dafür auf. 9,4 Hektar ehemaliges Krupp-Land hat Thelen an Ikea verkauft. Eine Ausnahme, wie es heißt. Die übrigen rund 50 Hektar sollen im Besitz der Thelen-Gruppe bleiben.

Für die Erschließung des Areals wird die Bottroper Straße zwischen Friedrich-Lange-Straße und Berthold-Beitz-Boulevard von vier auf sechs Spuren erweitert. Auch die Zufahrten vom Berthold-Beitz-Boulevard und von der Pferdebahnstraße werden ausgebaut. Das Quartier selbst wird durch eine neue Ringstraße erschlossen und durch eine so genannte Querspange zwischen Berthold-Beitz-Boulevard und Helenenstraße, insgesamt entstehen 600 Meter Straße.

Geplant ist zudem eine Radtrasse als Verbindung zwischen dem Radschnellweg RS 1 im Süden an der Pferdebahnstraße und dem geplanten Radschnellweg „Mittleres Ruhrgebiet“ von Essen nach Gladbeck im Norden entlang der Bottroper Straße, sofern er denn gebaut wird. Die Verlängerung der Straßenbahntrasse der Linie 101 von der Altendorfer Straße durch Essen 51 bis zur Zollstraße wird zumindest mitgedacht.

Auch die Entwässerung soll bis 2020 fertig sein. Dafür baut Thelen einen ein Kilometer langen Mischwasserkanal und legt zudem einen offenen Gewässerlauf an. Dieser – und fünf künstliche Teiche – sollen das Regenwasser der umliegenden Gebäude aufnehmen, über den Bachlauf wird es in den Borbecker Mühlenbach abgeleitet: ökologisch wertvoll.

Die von viel Grün umgebenden Wasserflächen sollen den besonderen Charme des neuen Stadtviertels ausmachen. Vorbild ist das allerdings mit 13 Hektar deutlich kleinere Universitätsviertel zwischen Berliner Platz und Rheinischer Platz mit seinem Park und seinen künstlichen Wasserbecken. Für Essen 51 sind Grünflächen mit einer Größe von insgesamt elf Hektar vorgesehen. Grün soll außerdem auf den Dächern wachsen.

Wie geht es weiter?

In der zweiten Jahreshälfte 2018 will Thelen einen Architektenwettbewerb ausloben. Erwünscht sei ein Mix aus Eigentums- und Mietwohnungen von „hoher städtebaulicher Qualität“ für Singles und auch für mehrere Generationen unter einem Dach. In Absprache mit der Stadt sollen 30 Prozent der Wohnungen mit öffentlicher Förderung errichtet werden. Ein Bebauungsplan ist noch aufzustellen. In vier bis fünf Jahren könnten die Häuser stehen, sagt Stefan Christochowitz. Bis das komplette Areal entwickelt ist, dürfte es noch 15 bis 20 Jahre dauern.

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