Stadtentwicklung

Das Hochhaus an der Huyssenallee in Essen darf gebaut werden

Die Computer-Animation zeigt den Neubau-Komplex, wie er nach der Fertigstellung aussehen soll: In der Bildmitte der Wohnturm, direkt vor dem Vorplatz der Philharmonie, getrennt durch die Huyssenallee. Davor, ebenfalls mit grünen Dächern, die Häuser mit den Seniorenwohnungen. links danebendas Bürohaus.

Foto: moka-studio

Die Computer-Animation zeigt den Neubau-Komplex, wie er nach der Fertigstellung aussehen soll: In der Bildmitte der Wohnturm, direkt vor dem Vorplatz der Philharmonie, getrennt durch die Huyssenallee. Davor, ebenfalls mit grünen Dächern, die Häuser mit den Seniorenwohnungen. links danebendas Bürohaus.

Essen.  Schneller als erwartet gibt es für den Wohnturm gegenüber der Philharmonie Baurecht. Abriss der Altgebäude soll bald beginnen. Streit beigelegt.

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Die Abriss- und Baugenehmigungen liegen vor, die Widerspruchsfristen sind verstrichen, und mit einem besonders kritischen Nachbarn konnte ein Streit um den Sichtschutz einer Dachterrasse notariell beigelegt werden: Das Hochhaus an der Huyssenallee ist, was die Planungsphase betrifft, auf der Zielgeraden. „Ich denke, dass wir innerhalb der nächsten zwei Monate mit dem Abbruch der Altsubstanz beginnen können“, sagt Investor Peter Jänsch.

Das nicht unkomplizierte Projekt hat damit relativ locker die entscheidenden Hürden genommen, nachdem sich auch die Essener Kommunalpolitik weit mehrheitlich für das Hochhaus ausgesprochen hatte. Zwar gibt es weiterhin Nachbarn, denen der 60 Meter hohe Turm mit seinen 19 Stockwerken mulmige Gefühle bereitet, doch war am Ende der Grimm wohl nicht so groß, dass daraus eine machtvolle Initiative entstand.

Jänsch kann es recht sein. Er hat im Moment eine andere Sorge, die viele Bauherren umtreibt: Es ist nicht so einfach, Baufirmen zu finden, die Kapazitäten haben für ein solches Projekt mit einem Volumen von immerhin 45 Millionen Euro, und die Preise steigen weiter. „Wir haben einen Anbietermarkt“, sagt Jänsch, der zurzeit einen Generalunternehmer sucht. Zeitdruck will der Investor vermeiden, am Ziel der Fertigstellung im Jahr 2021 werde aber festgehalten.

Die Wohnungen ganz oben im Wohnturm werden verkauft, die unten gehen in die Vermietung

Der Turm ist zwar das markante Ausrufezeichen des Projekts, es entstehen aber anstelle alter Gebäude neben und hinter dem Hochhaus noch mehrere weitere Häuser, überwiegend fürs Wohnen, ein Gebäude ist für Büros vorgesehen. Deren Höhe bewegt sich im Rahmen dessen, was auf der Huyssenallee bislang üblich ist, also vier Geschosse. Insgesamt entstehen im Dreieck Huyssenallee/Heinrichstraße/Dreilindenstraße fast 16 000 Quadratmeter Nutzfläche, die ganz unterschiedlich vermarktet werden sollen.

Die besonders aussichtsreichen Etagen 10 bis 19 des Hochhauses sollen als Eigentumswohnungen verkauft werden, die unteren Etagen gehen in die Vermietung. Jede der 19 Etagen wird 400 Quadratmeter Grundfläche haben, wobei variable Grundrisse jeweils zwei bis fünf Wohnungen möglich machen. Wie groß und luxuriös diese Wohnungen im Einzelnen ausfallen, will Jänsch von der Vermarktung und dem Kundeninteresse abhängig machen. „Wir sind derzeit dabei die Grundrisse zu erarbeiten.“ Anfragen gebe es bereits viele.

In einem Nebengebäude entstehen 46 Altenwohnungen, davon 24 mit sozialer Bindung

An der Heinrichstraße entsteht ein Büroneubau mit 4200 Quadratmetern Fläche, der nach Angaben von Jänsch bereits komplett vorvermietet ist. An der Dreilindenstraße schließlich, quasi hinter dem Hochhaus, sollen insgesamt 46 Altenwohnungen gebaut werden, von denen 24 als öffentlich geförderte Sozialwohnungen vorgesehen sind – eine Vorgabe der Stadt. Panoramablicke in den Stadtgarten und auf die Essener Kulturmeile mit Philharmonie und Aalto-Theater hat man allerdings von hier aus nicht. Über 200 Tiefgaragenplätze – der Altbestand hatte nur 70 – sollen dafür sorgen, dass der Parkdruck auf der Huyssenallee nicht nennenswert wächst.

Insgesamt wird das Projekt die Huyssenallee optisch stark verändern, die Politik sah aber vor allem die Chancen. Die potenzielle Prachtallee leidet unter Leerständen und wegen der relativ geringen Zahl von Bewohnern abseits abendlicher Kulturveranstaltungen auch unter einer gewissen Verödung.

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