Integration

Burkini-Debatte in Essen: Jetzt soll Stadt Stellung beziehen

In kompletter Verhüllung ins Wasser? Im Oststadtbad tragen viele Frauen Burkini-Ersatz, der aus Leggins und Alltags-Oberteil besteht. Das hat eine Debatte ausgelöst.

In kompletter Verhüllung ins Wasser? Im Oststadtbad tragen viele Frauen Burkini-Ersatz, der aus Leggins und Alltags-Oberteil besteht. Das hat eine Debatte ausgelöst.

Foto: Kokoska

Essen.   Ein CDU-Politiker hatte ein generelles Burkini-Verbot gefordert. Grüne und Linke sind empört. Bürgerbündnis (EBB) fordert einheitliche Regeln.

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Nach der Forderung von CDU-Vizechef Dirk Kalweit, Burkinis in Essener Schwimmbädern zu verbieten, zieht die Debatte weitere Kreise. Die Grünen kritisieren Kalweits Vorstoß, während das Essener Bürgerbündnis (EBB) ankündigt, das Thema auf die Tagesordnung der zuständigen Gremien im Rathaus zu setzen.

„Wir brauchen keine Bekleidungspolizei“

„Wir brauchen keine städtische Bekleidungspolizei und keinen Essener Sonderweg im Umgang mit Badebekleidung“, sagt Christine Müller-Hechfellner, die Vize-Fraktionschefin der Grünen im Rat. Wegen des hohen Anteils von Nichtschwimmern unter Migranten-Kindern sei es richtig, dass muslimische Mütter mit ihren Kindern ins Schwimmbad gehen. „Allein die Frage der Hygiene sollte entscheidend bei der Badebekleidung sein.“ Ein Burkini-Verbot sei mit dem Grundgesetz nicht vereinbar. Auch die Linken hatten Kalweits Vorschlag bereits scharf kritisiert.

EBB will der Verwaltung Fragen stellen

Der Kupferdreher CDU-Politiker hatte mit seiner Einlassung auf Vorgänge im Freisenbrucher Schwimmzentrum Oststadt reagiert. Dort wird auch Burkini-Ersatz, der aus Leggins und Alltags-Oberbekleidung besteht, grundsätzlich toleriert. Das hält auch das Essener Bürgerbündnis (EBB) für „sehr irritierend“: Damit würden „unverzichtbare Positionen im Bereich des gesellschaftlichen Zusammenlebens aufgegeben.“ Das EBB kündigt einen „umfassenden Fragenkatalog“ an die Verwaltung an, der in der nächsten Sportausschuss-Sitzung behandelt werden soll. Oberbürgermeister Kufen müsse für eine einheitliche Regelung in allen Bädern sorgen.

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