Bumm, weg war er

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Ein weiteres Stück Bergbaugeschichte geht zu Ende. Der Kamin des Heizkraftwerkes auf Zeche Helene-Amalie musste am Samstag dem Bau des Krupp-Gürtels weichen

Für den Krupp-Gürtel gilt es, alle Zechenbauten im Carre? Altendorfer/Helenenstraße abzureißen. Deshalb setzte am Samstag Sprengmeister Hermann Havekost die Lunte an und machte den 126 Meter hohen Kamin des Heizkraftwerkes Helene-Amalie dem Erdboden gleich.

Seit 1842 wurde auf dem Gelände Kohle gefördert. Das Kraftwerk Helene-Amalie wurde 1938 mit der Ersetzung überalterter Tagesanlagen als Hüttenkraftwerk der gleichnamigen Zeche für den Krupp-Konzern erbaut.

Während der Zechenbetrieb Helene-Amalie 1967 aus wirtschaftlichen Gründen endgültig eingestellt wurde, lief das Kraftwerk noch bis 1996 als Heizkraftwerk weiter. Peer Hoppe, Organisator der "Taberg Ingenieure GmbH", nahm das Vorhaben in die Hand. "Die Erhaltung des Komplexes ist wirtschaftlich nicht mehr tragbar. Das Gebäude ist baufällig. Der Rückbau ist die einzig sinnvolle Option."

Eine halbe Stunde vor der Sprengung riegelt die Polizei einen Bereich im Radius von 300 Metern um den zu sprengenden Kamin ab. Karsten Luther, Bauleiter der Firma "Heitkamp Umwelttechnik", erklärt die Vorbereitung der Sprengung: "Mitarbeiter der Sprengmannschaft bohren nach dem Plan des Sprengmeisters Löcher in das Gemäuer. Diese werden mit Sprengsätzen geladen. Weiterhin bringen die Mitarbeiter unten im Turm zwei Fallschlitze und einen Einbruch in Fallrichtung ein. Das garantiert, dass der Turm so fällt, wie er fallen soll."

Auf das "OK" der Sicherheitskräfte folgt erst ein langer Ton und dann zwei kurze: "Achtung, es wird gezündet." Mit einem lauten Knall und einem kleinen Erdbeben fällt der Turm in sich zusammen. Drei kurze Signaltöne geben Entwarnung. Die Sprengung ist nach Plan verlaufen. 30 Zuschauer waren dabei.

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