Falschparker

Essener sollen Verkehrssünder mit dem Handy aufnehmen

In Essen sind schon mehrere Dutzend Verkehrsverstöße auf einer App dokumentiert worden. Bürger können damit auch Anzeige erstatten. 

In Essen sind schon mehrere Dutzend Verkehrsverstöße auf einer App dokumentiert worden. Bürger können damit auch Anzeige erstatten. 

Foto: Sebastian Konopka

Essen.   Die Stadt Essen kündigt schärfere Kontrollen gegen die Falschparker auf den Radwegen an. Sie bearbeitet auch Anzeigen, die per Handy eingehen.

Die Stadt Essen nimmt mit verstärkten Kontrollen Falschparker ins Visier, die Fahrrad-Spuren und Radwege blockieren. Das Ordnungsamt geht auch Privatanzeigen von Bürgern nach, die sie über die in Berlin entwickelte App „Wegeheld“ erhält.

Der App-Betreiber Heinrich Strößenreuther will damit für mehr freie Rad-und Gehwege in den Städten sorgen. In Essen sind schon Dutzende Vorfälle dokumentiert worden. Anzeigenerstatter machen vor Ort ein Foto vom Auto und schicken es mit wenigen Klicks an die Ordnungsbehörde.

Stadt Essen akzeptiert Anzeigen per Mail

Dieses Vorgehen galt in der Stadtverwaltung zuerst als umstritten, weil nicht eindeutig war, ob tatsächlich Anzeige erstattet werden sollte. Denn die App bietet grundsätzlich auch die Möglichkeit, nur auf das Problem hinzuweisen und Verstöße grafisch auf einer digitalen Karte festzuhalten.

Nach Gesprächen der Stadt mit dem Fahrradclub ADFC und dem Berliner Betreiber der Initiative „Freie Wege für clevere Städte“ Ende 2016 wurde die App angepasst, damit klar ersichtlich ist, dass der Melder Anzeige erstatten will und seine Personalien und alle relevanten Daten mit Foto angibt.

Essener Fahrradaktivisten haben vor wenigen Wochen den Test gemacht, eine Falschparker-Situation simuliert und dann per App eine Anzeige gemailt. Tatsächlich gab es kurz darauf ein Knöllchen, das natürlich sofort bezahlt wurde, betont der Essener ADFC-Chef Jörg Althoff. Er selbst habe schon ein halbes Dutzend Anzeigen verschickt, wenn Radfahrer wegen Falschparkern nicht mehr ausweichen können. „In Rüttenscheid habe ich einmal einen Autofahrer persönlich angesprochen und gebeten, den Weg frei zu machen. Aber er war dazu nicht bereit.“ Althoff griff zum Handy und klickte eine Anzeige.

Fahrrad-Club ADFC klagt über blockierte Radwege

Der ADFC hatte in der Vergangenheit immer wieder darüber geklagt, dass Stadt und Polizei zu wenig gegen die Falschparker auf Fahrrad-Spuren und Radwegen unternehmen würden und prangerte unter anderem die Zustände auf der Huyssenallee, Altendorfer Straße, Rü und Isenbergstraße an.

Die Polizei hat inzwischen eine härtere Gangart angekündigt. Polizeidirektor Wolfgang Packmohr schickt vier Fahrrad-Streifen los, die dafür sorgen sollen, dass Essener Rad-Trassen frei zugänglich bleiben. Dort will jetzt auch das Ordnungsamt gezielt gegen falsch parkende Autofahrer und Lieferanten vorgehen. „Wir werden verstärkt kontrollieren“, kündigt die städtische Pressereferentin Jasmin Trilling an. Das werde zwar „nicht flächendeckend“ möglich sein. „Aber wir werden die neuralgischen Punkte ermitteln und sie in unsere Regelüberwachung aufnehmen“, so Trilling. Für Schwerpunkt-Kontrollen wird zuvor eine Route für die mobilen Teams der Verkehrsüberwachung erarbeitet. Auch sei hier eine Kooperation mit der Polizei vorgesehen.

Leserkommentare (50) Kommentar schreiben