Nahverkehr

Bald kommt das Ruhrbahn-Ticket für Essen und Mülheim

Noch vor wenigen Tagen wurden die neuen Linienbusse für Essen und Mülheim mit den unterschiedlichen Emblemen der Evag und der MVG präsentiert. Bald aber kommt das Logo der neuen Ruhrbahn drauf.

Noch vor wenigen Tagen wurden die neuen Linienbusse für Essen und Mülheim mit den unterschiedlichen Emblemen der Evag und der MVG präsentiert. Bald aber kommt das Logo der neuen Ruhrbahn drauf.

Foto: Oliver Müller

Essen/Mülheim.   Die Essener Verkehrs-AG ist bald Geschichte. Am Freitag werden die Verträge für die Ruhrbahn unterzeichnet. Für den Fahrgast ändert sich nichts.

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Wenn am Freitag die Oberbürgermeister Thomas Kufen und Ulrich Scholten die Verträge für die gemeinsame Nahverkehrsgesellschaft von Essen und Mülheim in der Evag-Zentrale an der Zweigertstraße unterschreiben, beginnt für den Essener Nahverkehr mit Start der „Ruhrbahn“ exakt am 1. September eine neue Zeitepoche. Nicht schlagartig, aber möglichst schnell wird der Name Evag von den Bahnen und Bussen, von U-Bahnhöfen und Betriebshöfen verschwinden. An den Fahrkartenautomaten werden mit der Geburtsstunde der neuen Verkehrsgesellschaft nur noch Tickets mit der Aufschrift „Ruhrbahn“ gedruckt. Doch der Preis bleibt derselbe. Für den Fahrgast ändert sich erstmal nichts.

An den Fahrpreisen in Essen ändert sich nichts

In der Nachbarstadt fungiert die neue Ruhrbahn unter dem Zusatz Mülheim, in Essen heißt sie schlicht Ruhrbahn GmbH. Zwar betreibt die dann verschmolzene Verkehrsgesellschaft das operative Geschäft sowohl für den Nahverkehr in Essen als auch in Mülheim. Doch bei den Übernahmen bleiben die Linienkonzessionen und die Kasseneinnahmen unangetastet. Am Ende wird auf zwei Deckeln abgerechnet – für Mülheim und für Essen.

Auch die Fahrpreise bleiben unterschiedlich und werden nicht angepasst. In Mülheim gilt weiterhin die Preisstufe A2 und in Essen wegen des besseren Angebotes die teuere Stufe A3 – damit muss beispielsweise hier 83 Euro für ein Ticket 2000 gezahlt werden, 2,60 Euro mehr als in Mülheim.

Was der Doppel-Vorstand der neuen Ruhrbahn, Michael Feller und Uwe Bonan, sich auf den Aufgabenzettel geschrieben hat, sind Zukunftsprojekte, die am Ende Geld, viel Geld sparen sollen. So soll es in Essen eine gemeinsame Leitstelle für beide Städte geben, ebenso werden die Werkstätten am Essener Standort zentralisiert. Die Abteilungen, die für Infrastruktur (z.B. Gleisbau) und Bauwerke (etwa U-Bahnhöfe) zuständig sind, werden dagegen in Mülheim konzentriert.

Neues Logo für die Ruhrbahn in Essen

Das neue Logo der Ruhrbahn, das der Vorstand am Freitag präsentiert, wird sukzessive das Evag-Emblem ablösen. „Das machen wir nicht an einem Tag. Dafür ist das Geld nicht da“, betont Unternehmenssprecher Nils Hoffmann. Da muss hier und da noch improvisiert werden.

Etwa bei der Dienstkleidung für die Fahrer. Die soll für Mülheim und Essen einheitlich sein. Irgendwann in der Zukunft. Kann sein, dass das Evag-Zeichen auf dem Jacken-Revers der Fahrer erstmal provisorisch mit einem Ruhrbahn-Sticker überdeckt wird. Da müssen aber erstmal die Arbeitenehmervertreter gefragt werden. Bei der Dienstkleidung haben sie ein Wörtchen mit zu reden.

Detlef Barz, Vorsitzender des Evag-Betriebsrates, denkt derzeit mehr an das Große und Ganze.Darüber, welche Garantien es in Zukunft für die Mitarbeiter der künftigen Ruhrbahn geben wird. Im Grundsatz bestehe Einigung, „dass man eine Harmonisierung will“, so Barz, also gleiche Vereinbarungen für alle Mitarbeiter in Essen und Mülheim gelten sollen. Die Verhandlungen dazu sind gerade in vollem Gange. Was für Barz wichtig ist: „Wir wollen Beschäftigungssicherung für alle. Das ist das A und O.“ Die Mülheimer haben eine für den Zeitraum bis zum 31. Dezember 2033. Die Essener haben die nicht.

Oben auf der Tagesordnung steht zudem das kostenlose Firmenticket. Die Evag-Beschäftigten mussten hier im vergangenen Jahr Einschnitte hinnehmen, erhalten nur noch ein Monatsticket für das Stadtgebiet, die Mülheimer dagegen auch für weiter entfernte Ziele sowie für die Ehepartner. Das Unternehmen gibt sich optimistisch, dass es eine für alle vertretbare Lösung geben wird. „Wir könnten uns auf eine Linie einigen“, prognostiziert Sprecher Nils Hoffmann.

>>KÜNFTIG GIBT ES NUR EINEN BETRIEBSRAT

Für den Evag-Betriebsratsvorsitzenden Detlev Barz bedeutet die Fusion zu einer Verkehrsgesellschaft eine Zäsur. Die Betriebsräte der Evag und der MVG wird es nicht lange mehr geben.

Mit der neuen Ruhrbahn bleiben sechs Monate Zeit, eine gemeinsame Arbeitnehmervertretung zu wählen. Bis dahin wollen die Betriebsräte der Evag und der MVG eigenständig bleiben.

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