AfD und Awo

Awo-Bundesschiedsgericht bestätigt Ausschluss von Guido Reil

Der Ex-Sozialdemokrat und AfD-Mann Guido Reil will Mitglied der Arbeiterwohlfahrt bleiben, doch ist er dort nicht mehr erwünscht.

Der Ex-Sozialdemokrat und AfD-Mann Guido Reil will Mitglied der Arbeiterwohlfahrt bleiben, doch ist er dort nicht mehr erwünscht.

Essen.  Die Beschwerde des AfD-Politikers wurde abgewiesen. Guido Reil darf den Awo-Seniorenbus in Essen-Karnap nicht mehr fahren.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Der Karnaper AfD-Politiker Guido Reilhat in seinem Bemühen, Mitglied der Essener Arbeiterwohlfahrt zu bleiben, einen Rückschlag erlitten. Das Bundesschiedsgericht der Awo bestätigte nach einem Gespräch mit Reil am vergangenen Freitag die Aussetzung der Mitgliedschaft für ein Jahr, die im Februar dieses Jahres vom Schiedsgericht des Awo-Bezirks Niederrhein verhängt worden war. Reil hatte dagegen Beschwerde eingelegt, der nicht stattgegeben wurde.

Als Begründung für den zunächst zeitlich begrenzten Ausschluss zog das Bundesschiedsgericht verbürgte Zitate von Reil bei Interviews und Reden heran, in denen dieser sich grundlegend kritisch über die Integrationsfähigkeit von Menschen aus arabischen Kulturen äußerte. „Mir wurde vom Bundesschiedsgericht vorgeworfen, das sei rassistisch“, sagt Reil, der die Kommunikation mit den Awo-Juristen als sehr konfrontativ beschrieb. Der AfD-Politiker und frühere Sozialdemokrat selbst sieht in den inkriminierten Aussagen lediglich eine Beschreibung der Realität.

„Unüberbrückbarer Widerspruch zu Grundwerten der Awo“

Vorgehalten wurde Reil auch ein Satz aus einer TV-Sendung: „In Gelsenkirchen sind ganze Stadtteilen gekippt, nur durch den Zuzug von Zigeunern“. Mit solchen und anderen Aussagen habe sich Reil „bewusst in einen unüberbrückbaren Widerspruch zu Grundwerten der Awo gesetzt“, hieß es bereits im Februar. Dem Verband werde durch ein solches Mitglied Schaden zugefügt.

Der Essener Awo-Kreisverband bestätigte, dass der AfD-Mann durch die Ablehnung seines Widerspruchs nun mit sofortiger Wirkung auch nicht mehr den Awo-Seniorenbus in Karnap fahren dürfe. Guido Reil ist einer der Initiatoren dieses ehrenamtlichen Angebots, das es Senioren ermöglicht, auf bequeme Art ihre Einkäufe zu erledigen.

Awo gibt Guido Reil noch eine Chance zur Läuterung

Reil räumt allerdings ein, dass er zuletzt wegen des Wahlkampfes und seinen Reisen zu AfD-Veranstaltungen in ganz Deutschland nur noch selten zum Fahrerpool gestoßen sei. Gleichwohl wolle er weiterhin Mitglied der Awo bleiben und auch weiterhin persönlich das Seniorenbus-Projekt unterstützen. „Ich werde sehen, ob ich das mit Hilfe meiner Anwältin durchsetzen kann.“

Ganz raus aus dem Verband ist Reil noch nicht. Wenn der 47-Jährige binnen Jahresfrist selbstkritisch von seinen Ansichten abschwöre, sei der endgültige Ausschluss noch abwendbar, hieß es bereits im Februar. Passiere dies nicht, sei bei Vorlage entsprechender Belege der Ausschluss jedoch unvermeidbar.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (60) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik