24 Organisationen und über 700 Unterstützer des Bündnisses „Essen stellt sich quer“ haben getrommelt für den Marsch durch Essen-Steele und Scharen von Demonstranten folgten am Samstagnachmittag dem Ruf: „Der Pott bleibt unteilbar!“ Auch Oberbürgermeister Thomas Kufen traf pünktlich um 16.30 Uhr am Veranstaltungsort auf dem Grendplatz ein. Im Laufe des Abends sprach die Polizei von mehr als 1000 Teilnehmern, die Veranstalter schätzten deren Zahl am späteren Abend sogar auf rund 2500 Menschen. Damit wurden die Erwartungen deutlich übertroffen, sagte Bündnissprecher Christian Baumann: „Heute wurde ein deutliches, buntes und vielfältiges Zeichen in Essen-Steele für Toleranz, Vielfalt und Weltoffenheit gesetzt. Von der Teilnehmerzahl sind wir begeistert, zeigt sie doch, dass die Essener Zivilgesellschaft sich deutlich gegen rechte ‚Bürgerwehren‘ positioniert.“
Eine Gruppe rechter Beobachter schaute sich den Aufmarsch aus der Ferne an. Die Polizei wertete diesen Auflauf der „Steeler Jungs“ vor deren Stammkneipe an der Westfalenstraße jedoch nicht als unangemeldete Versammlung. Es gebe keine politischen Statements aus der Gruppe heraus, sagte Polizeisprecher Christoph Wickhorst. Um kurz vor 18 Uhr musste die Polizei dennoch das erste Mal eingreifen, als Rechte an einem Infostand pöbelten. Es seien Platzverweise erteilt worden, so Wickhorst. In einem Supermarkt am Grendplatz kam es zu einem zweiten Zwischenfall: Polizisten mussten Teilnehmer der Demo und Gäste der Sportsbar, dem Treff der „Steeler Jungs“ im Stadtteil, trennen. Gegen 21.30 Uhr am Samstagabend hieß es abschließend aus dem Polizeipräsidium, die Demonstration sei bis auf eine Anzeige wegen Beleidigung ohne weitere Zwischenfälle zu Ende gegangen.


