Autos verdrängen die Fahrräder, die Radler weichen aus und gefährden Fußgänger auf Gehwegen – wenn sich im Straßenverkehr Rücksichtslosigkeit breit macht und das Recht des Stärkeren gilt, der den Nächstschwächeren verdrängt, passieren nicht nur mehr Unfälle. Auch die Stimmung zwischen den Verkehrsteilnehmern wird nicht gerade entspannter. Zunehmend hitzige Diskussionen und gegenseitige Schuldzuweisungen sind inzwischen in Essen die Folge. Jetzt hat sich die Polizei noch einmal positioniert und im Kern zwei Dinge gefordert, um gefährliche Verdrängungseffekte in der Stadt auszubremsen.

Es sollte ernsthaft geprüft werden, entlang von Radstreifen auf Essener Stadtgebiet generell Tempo 30 einzuführen, da Autofahrer, die meist nicht mit 50 Stundenkilometern, sondern mit 60 km/h unterwegs sind, oftmals die Mindestabstände zu den Radlern nicht einhalten oder mit ihren Wagen deren Wege blockieren. Derart bedrängt, flüchten die Biker wiederum widerrechtlich auf Gehwege, um ihre Haut zu retten – leider auf Kosten der Passanten.