Whitney Houstons Hit gibt das Motto vor: „I wanna dance with somebody“. Und die Jugendlichen in der ersten Reihe flippen aus. Eingehüllt in Regenbogenfahnen der Homosexuellen-Bewegung LGBT singen sie den Hit mit, der aus den Boxen des Lautsprecherwagens wummert. Hinter ihnen ziehen Parteien, Gewerkschaften, Vereine oder Initiativen mit bunten Transparenten oder kreativen Kostümen.

Insgesamt besuchten nach Einschätzung der Organisatoren um die zehntausend Menschen den Christopher Street Day (CSD) am Samstag in der Innenstadt. Angefangen beim Marsch, der vom Willy- Brandt-Platz bis zum Kennedyplatz zog. Die Schwulen- und Lesben-Parade verwandelte die City in eine große Partymeile. Doch es ging den Teilnehmern vor allem um politische Anliegen. Denn das Motto der diesjährigen Demonstration lautete: „50 Jahre Stonewall – be proud, stay free“. Damit bezogen sich die Veranstalter auf den Widerstand von Trans- und Homosexuellen gegen eine Razzia im Stonewall In, einer Bar in New York. Ihr Aufstand im Sommer 1969 gilt als Geburtsstunde der LGBT-Bewegung. LGBT steht für Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender, also Lesbisch, Schwul, Bisexuell und Transgender. Auch ein halbes Jahrhundert später beklagen Homo- und Transsexuelle noch immer eine Diskriminierung und protestieren dagegen.