Der Direktor des Essener Caritasverbandes, Björn Enno Hermans, beklagt, dass die ARD den Film „Die Elternschule“ an diesem Mittwoch, 3. Juli, um 22.45 Uhr ausstrahlt, ohne ihn mit einem Begleitprogramm einzuordnen. Der Dokumentarfilm zeigt Familien in ihrer Zeit in der Gelsenkirchener Kinder- und Jugendklinik und sorgte schon bei der Kino-Premiere im vergangenen Jahr für heftige Diskussionen.
Die Kinder, die schwere Verhaltensauffälligkeiten, Aggressionen, Schlaf- oder Essstörungen zeigen, werden mit Therapien und Verhaltenstraining behandelt. Wie das im Film gezeigt wird, kam bei Publikum und Kritik sehr unterschiedlich an. Während die einen das Erziehungsprogramm als hilfreich lobten, sahen andere repressive Pädagogik oder sprachen sogar von Folter- und Nazimethoden. „So einen Film, kann die ARD nicht einfach so ‘raushauen“, sagt Hermans, der promovierter Psychologe und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) ist. „Ich hätte eine anschließende Diskussion oder eine andere Form der Einordnung und Kommentierung erwartet.“


