Wer die nachwachsenden Intensivtäter einer Stadt in den Griff bekommt, reduziert die Straßenkriminalität merklich und sorgt für ein entspannteres Sicherheitsgefühl. Denn die rund hundertköpfige Schar, die Jahr für Jahr bis zu einem Alter von in der Regel 21 Jahren unter besonderer behördlicher Betreuung steht, begeht etwa 70 bis 80 Prozent aller Straftaten in ihrer Altersgruppe in Essen. Dass die Zahlen der tatverdächtigen Kinder, Jugendlichen und Heranwachsenden zuletzt um fast zehn Prozent zurückgingen und damit deren Diebstähle, Raubüberfälle und Körperverletzungen, ist auch ein Verdienst der Anstrengungen von Polizei, Staatsanwaltschaft und Stadt im „Haus des Jugendrechts“. Die im März 2018 gegründete Einrichtung an der Alfredstraße zieht jetzt erstmals Bilanz.

Ihr bislang wohl größter Erfolg: 19 der dort zum Ende des Jahres betreuten 71 Intensivtäter blieben straffrei. Ob sie allerdings dauerhaft von der schiefen Bahn geholt werden konnten, wird sich noch zeigen müssen, heißt es. Insgesamt wurden 41 junge Menschen in das Programm aufgenommen und 33 entlassen, eben weil sie keine krummen Sachen mehr drehten, den Wohnort wechselten oder aber auch für längere Zeit in Haft wanderten, wie es für fünf Unbelehrbare bereits der Fall war.