Dieser Abend der Europawahl – in Essen wird man ihn wohl als historisches Ereignis in Erinnerung behalten: Eines das hüben politische Glücksgefühle auslöste und drüben lähmendes Entsetzen. Denn erstmals in der Nachkriegsgeschichte lieferten sich drei Parteien – CDU, Grüne und SPD – zwischen Karnap und Kettwig ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Eines, bei dem sich die Sozialdemokraten am Ende nach beispiellosem Absturz voraussichtlich mit dem dritten Platz begnügen müssen.
Bis zum Redaktionsschluss und nach Auszählung von 406 der 418 Stimmbezirke knapp vorn die CDU, deren Begeisterung sich in der CDU-Geschäftsstelle angesichts spürbarer Verluste allerdings in Grenzen hielt: „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, so formuliert es CDU-Chef Matthias Hauer und weiß doch: Der selbstgewählte Anspruch, Volkspartei zu sein, liegt natürlich höher, „das soll uns Ansporn sein“.


