Essen. . Mit dem Ruf nach einem A40-Deckel kramt die SPD eine alte Idee hervor. Sie umzusetzen wird Jahre dauern. Diesel-Fahrer brauchen schnelle Hilfe.

Schön, dass sich die SPD zum Thema „Diesel“ äußert. Denn bislang war von der „Partei des kleinen Mannes“ wenig zu hören. Aber auch Oberbürgermeister Kufen (CDU) ist ja nicht viel eingefallen. Empörungsbekundungen allein helfen den Betroffenen jedenfalls nicht weiter, und das ist in Essen nahezu jeder vierte Autofahrer.

SPD-Chef Thomas Kutschaty hat Recht: Für die Stadt und viele Bürger ist das nichts anderes als eine Katastrophe. Der Diesel-Skandal aber ist Ausdruck eines politischen Totalversagens. Allen voran in Berlin, wo die SPD bekanntlich mit am Kabinettstisch sitzt. Statt einen sanften Ausstieg aus dem Diesel rechtzeitig und langfristig vorzubereiten, vertraute die Politik den Zusagen der Automobilindustrie – und wurde genauso an der Nase herumgeführt wie alle jene, die darauf vertrauten, neuere Motoren seien sauber.

Gelbe Westen liegen in jedem Kofferraum

Mit der Forderung nach einem A 40-Deckel holt die SPD einen alten Hut aus dem Schrank. Nur: Helfen wird das, wenn überhaupt, erst in vielen Jahren. Und bevor die Autoindustrie die Kosten für eine Nachrüstung übernehmen kann, müsste das Kraftfahrtbundesamt die Technik erstmal zulassen. Dafür ist es höchste Zeit. Vielleicht kann die SPD das beschleunigen.

Aber was sollen die Autofahrer kurzfristig tun? Einfach weiterfahren? Oder wie in Frankreich gelbe Westen anziehen? Die liegen ja immerhin in jedem Kofferraum.