Im Bildungs- und Kulturzentrum Storp 9 laufen derzeit mehrere Projekte im Rahmen des Kulturrucksacks NRW/Essen. Aktuell stand das Thema Heimat auf dem Programm, in den nächsten Wochen folgen noch ein Graffiti- und ein Straßentheater-Workshop.

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Das Thema Heimat, mit dem sich die zehn- bis 14-jährigen Teilnehmerinnen jetzt auseinandersetzten, war vor allem deshalb spannend, weil viele Jugendliche bzw. deren Eltern im Umfeld des Storp 9 einen Migrationshintergrund haben. Den Workshop leitete Martin Domagala, der mit den Jugendlichen im Stadtteil unterwegs war. Ziel war es, Orte abzulichten, die die zwölf Teilnehmerinnen – Jungen hatten sich nicht angemeldet – als Heimat empfinden.

Das Bildungszentrum Storp 9 im Süostviertel ist Treffpunkt für die Kulturrucksack-Projekte.
Das Bildungszentrum Storp 9 im Süostviertel ist Treffpunkt für die Kulturrucksack-Projekte. © Carsten Klein

„Für fast alle sind der Wasserturm, das Storp 9 und die Steeler Straße ein Stück Heimat, prägen Huttrop und das Südostviertel“, so Domagalas Erfahrung. Aber auch die A 40 sei offenbar für die Jugendlichen zentrales Element ihres Stadtteils. So kamen immer wieder Autobahnschilder und die künstlerisch gestalteten Lärmschutzwände an der A 40 auf den Fotos vor. Was Heimatgefühle auslöst, muss nicht zwingend etwas Positives sein. Aber oft sei das auch eine Sache der Wahrnehmung, so der Kunstpädagoge Martin Domagala. So sei für die Jugendlichen die Steeler Straße trotz des Verkehrs und der damit verbundenen Probleme durchaus positiv behaftet, als Lebensmittelpunkt und Treffpunkt.

Aus Zeitungstexten und Bildern entstehen die Collagen

Ziel der Aktion war, die Stellen in Stadtteil, die Heimat symbolisieren, zu fotografieren und sie mit Zeichnungen, Fotos oder Texten aus Büchern und Zeitschriften zu einer Gesamt-Collage zusammenzufügen. „Die technische Qualität der selbst aufgenommenen Fotos war dabei gar nicht so entscheidend, weil sie ja sowieso für die Collagen zerschnitten wurden“, so der Projektleiter. Die Digitalkameras stellte das Storp 9 zur Verfügung. „Einige Kinder haben Motive aus dem Stadtteil mit Bildern aus den Herkunftsländern ihrer Eltern kombiniert“, sagt Josephine Bialas, Leiterin des Storp 9. Gerade das sei spannend, weil die Heimat der Eltern auch das Lebensgefühl der Kinder präge.

Die Collagen der Mädchen werden bei der Kulturrucksack-Abschlussveranstaltung im November in der Weststadthalle präsentiert, auch ein Kalender mit den Werken ist geplant. Auch ein gemeinsamer Museumsbesuch steht für die Kinder noch an.

Weitere Projekte stehen in den nächsten Wochen an

Vom 8. bis 10. und 15. bis 17. Juni steht das nächste Kulturrucksack-Projekt im Storp 9 unter dem Motto „Kunst aus der Dose. Graffiti mal selbst gemacht“ an. Dabei werden die Jugendlichen eine Fassade gestalten, deren ursprüngliches Bild zerstört ist. Etwas Mut erfordert das Projekt, das vom 16. bis 20. Juli unter dem Motto „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt“ läuft. Dabei sollen die Mädchen und Jungen Theaterszenen auf der Kettwiger Straße in der Innenstadt aufführen und dabei nicht alltägliche Dinge tun.